01
Kyoto
Zehntausend Tore und ein goldener Pavillon
Kyoto war tausend Jahre lang Kaiserstadt und zählt heute 1.600 buddhistische Tempel und 400 Shinto-Schreine. Hinter dem Fushimi-Inari-Schrein zieht sich ein Tunnel aus zinnoberroten Toren vier Kilometer den Berg hinauf, jedes Tor eine Stiftung. Im Norden steht der mit Blattgold überzogene Kinkaku-ji am Teich, im Osten ragt die Holzbühne des Kiyomizu-dera über den Hang. Siebzehn dieser Orte sind UNESCO-Welterbe.
Stopp Kyoto · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
02
Tokio
Die Kreuzung, über die 3.000 Menschen gehen
Bei jeder Grünphase queren am Shibuya Crossing bis zu dreitausend Menschen gleichzeitig, ringsum flackern Videowände über acht Stockwerke. Ein paar Stationen weiter steht mit dem Senso-ji der älteste Tempel der Stadt, und in Yanaka wohnen Menschen noch in Holzhäusern zwischen Friedhofskirschbäumen. Tokio ist kein Zentrum, sondern zwanzig Städte nebeneinander.
Stopp Tokio · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
03
Der Fuji
Der Berg, den ganz Japan im Kopf hat
Mit 3.776 Metern ist der Fuji Japans höchster Berg und seit 2013 UNESCO-Welterbe, nicht als Natur, sondern als heiliger Ort und Motiv, das die japanische Kunst über Jahrhunderte geprägt hat. Vom Ashi-See in Hakone oder von den Fünf Seen im Norden siehst du ihn als ebenmäßigen Kegel über dem Wasser stehen.
Stopp Hakone · Beste Zeit: Nov–Mär (klarste Sicht)
04
Nara
Ein 15-Meter-Buddha und fast 1.700 freie Hirsche
In Naras Todai-ji sitzt seit dem 8. Jahrhundert ein 15 Meter hoher Buddha aus Bronze, die Halle darum gehört zu den größten Holzbauten der Welt. Draußen im Park laufen fast 1.700 Sikahirsche frei herum, die für einen Reiscracker sogar den Kopf senken. Die alte Hauptstadt ist seit 1998 UNESCO-Welterbe.
Stopp Nara · auch als Tagesausflug ab Kyoto (~45 min) · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
05
Miyajima
Ein Tor, das im Meer steht
Vor der Insel Miyajima steht das 16 Meter hohe Torii des Itsukushima-Schreins im Wasser; bei Flut scheint es zu schweben, bei Ebbe läufst du trockenen Fußes hin. Der Schrein selbst ruht auf Pfählen über dem Meer, weil die Insel als so heilig galt, dass niemand auf ihr wohnen durfte. Seit 1996 UNESCO-Welterbe.
Stopp Miyajima · Fähre ab Hiroshima (~40 min) · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
06
Hiroshima
Die Ruine, die stehen bleiben durfte
Fast direkt unter dem Explosionspunkt vom 6. August 1945 blieb ein Ausstellungsgebäude als Gerippe stehen: heute die Atombombenkuppel, seit 1996 UNESCO-Welterbe und der Grund, warum der Ort so schwer zu vergessen ist. Ringsum liegt der Friedenspark mit dem Museum, dem Kinderdenkmal und der Flamme, die erst erlöschen soll, wenn die letzte Atomwaffe verschwunden ist.
Stopp Hiroshima · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
07
Koya-san
Übernachten zwischen 200.000 Gräbern
Auf einem Hochplateau südlich von Osaka gründete der Mönch Kukai im Jahr 816 ein Klosterzentrum, das heute über fünfzig Tempel mit Gästezimmern hat. Du schläfst auf Tatami, isst vegetarische Klosterküche und stehst um sechs zur Morgenandacht auf. Durch den Okunoin-Friedhof führt ein zwei Kilometer langer Zedernweg an über 200.000 Grabmalen vorbei.
Stopp Koya-san · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
08
Shirakawa-go
Dächer, die den Schnee abwerfen
In einem abgeschiedenen Bergtal stehen Bauernhäuser, deren steile Strohdächer wie zum Gebet gefaltete Hände aussehen, daher der Name Gassho-zukuri. Sie sind bis zu 250 Jahre alt, ohne einen Nagel errichtet und so geformt, dass meterhoher Schnee von selbst abrutscht. Seit 1995 UNESCO-Welterbe, im Winter an wenigen Abenden beleuchtet.
Stopp Shirakawa-go · auch als Tagesausflug ab Takayama (~50 min) · Beste Zeit: Jan–Mär · Okt–Nov
09
Nikko
Der bunteste Schrein Japans, im Zedernwald
In Nikko liegt das Mausoleum des Shoguns Tokugawa Ieyasu, und es ist das Gegenteil japanischer Zurückhaltung: Gold, Lack und über 5.000 Schnitzereien am ganzen Schrein, allein das Yomeimon-Tor trägt mehrere hundert. Am heiligen Stall sitzen die drei Affen, die nichts Böses sehen, hören und sagen. Ringsum stehen jahrhundertealte Zedern. Seit 1999 UNESCO-Welterbe.
Stopp Nikko · auch als Tagesausflug ab Tokio (~2 h) · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
10
Schneeaffen im Jigokudani
Makaken, die in der heißen Quelle sitzen
Im Jigokudani-Tal bei Nagano steigen Japanmakaken im Winter von den Hängen herunter und setzen sich in ein heißes Quellbecken, eine Gewohnheit, die eine einzelne Äffin 1963 anfing und die inzwischen die ganze Gruppe übernommen hat. Der Weg dorthin führt 1,6 Kilometer durch verschneiten Wald.
Stopp Nagano · Beste Zeit: Dez–Mär
11
Kanazawa
Der Garten, für den es ein Wort gibt
Kenroku-en gilt als einer der drei schönsten Gärten Japans; sein Name meint die sechs Eigenschaften, die ein vollkommener Garten haben soll und die sich eigentlich ausschließen. Im Winter hängen die Kiefern an Seilkegeln, damit der nasse Schnee keine Äste bricht. Rings um den Garten liegen ein erhaltenes Samurai-Viertel und die Teehäuser von Higashi Chaya.
Stopp Kanazawa · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
12
Naoshima
Eine Fischerinsel, die zum Museum wurde
Auf Naoshima in der Seto-Inlandsee stehen Museen von Tadao Andō halb unter der Erde, damit sie die Insel nicht verstellen. Im Chichu-Museum hängen Monets Seerosen in einem Raum, der nur mit Tageslicht auskommt. Am Pier sitzt Yayoi Kusamas gelber Kürbis, und in alten Wohnhäusern stecken begehbare Kunstwerke.
Stopp Naoshima · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
13
Yakushima
Moos, Zedern und Regen an 300 Tagen
Auf der Insel südlich von Kyushu wachsen Zedern, die tausende Jahre alt sind; der Jomon-Sugi gilt als der älteste Baum Japans. Die Schlucht Shiratani Unsuikyo ist so dicht mit Moos ausgeschlagen, dass sie als Vorbild für den Wald in „Prinzessin Mononoke“ gilt. Seit 1993 UNESCO-Welterbe.
Stopp Yakushima · Beste Zeit: Apr–Mai · Okt–Nov
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Beppu
Acht Höllen, in die man nicht steigt
Beppu auf Kyushu sitzt auf über 2.000 heißen Quellen, nach dem Yellowstone die zweitgrößte Schüttung der Welt. Acht davon sind zum Anschauen da, nicht zum Baden: kobaltblaue Becken bei fast hundert Grad, rot gefärbte Tümpel, blubbernder Schlamm. Gebadet wird nebenan, oder du lässt dich am Strand in heißen schwarzen Sand eingraben.
Stopp Beppu · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov