01
Die Gergeti-Dreifaltigkeitskirche
Eine Kirche auf 2.170 Metern, dahinter der Kasbek
Über Stepantsminda (Kazbegi) steht auf einem Grasrücken eine einzelne Kreuzkuppelkirche aus dem 14. Jahrhundert, und dahinter steigt der Kasbek auf 5.054 Meter. Der Aufstieg zu Fuß dauert anderthalb Stunden; die Georgische Heerstraße dorthin führt über den Kreuzpass, hinter Stepantsminda beginnt die Dariali-Schlucht.
Stopp Gergeti Trinity · Beste Zeit: Jun–Sep
02
Tbilissi
Schwefelbäder unter einer Festung
Tbilissi liegt in einer Schlucht der Kura, überragt von der Narikala-Festung. Im Bäderviertel Abanotubani steigen aus Ziegelkuppeln Schwefeldämpfe auf. Die heißen Quellen waren der Grund, die Stadt hier zu gründen. Dazwischen: hölzerne Balkonhäuser, sowjetische Betonbauten und eine Glasbrücke von 2010.
Stopp Tbilissi · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
03
Uschguli
Wehrtürme auf 2.100 Metern, ganzjährig bewohnt
Uschguli besteht aus vier Dörfern am Ende des Enguri-Tals und gilt als eine der höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Siedlungen Europas. Zwischen den Häusern stehen dutzende Koschki, mittelalterliche Wehrtürme, in denen sich Familien vor Blutrache und Lawinen schützten. Dahinter steht der Schchara, mit 5.200 Metern Georgiens höchster Berg. Welterbe seit 1996.
Stopp Uschguli · Beste Zeit: Jul–Sep
04
Swanetien
Ein Tal, das nie erobert wurde
Swanetien liegt am Südhang des Kaukasus-Hauptkamms, hinter der Swanetischen Kette, und war so schwer erreichbar, dass weder Perser noch Mongolen es je hielten. Die Swanen bewahrten deshalb Ikonen und Handschriften aus dem ganzen Land. In Mestia zeigt das Museum diese Schätze, und von dort führen Mehrtagestrekkings über Grate bis nach Uschguli.
Stopp Swanetien · Beste Zeit: Jun–Sep
05
Wardsia
Ein Kloster mit dreizehn Etagen im Fels
Unter Königin Tamar wurde ab 1185 eine ganze Stadt in eine Felswand über dem Kura-Tal getrieben: Wohnhöhlen, Vorratskammern, Weinkeller und eine Kirche mit Fresken, über dreizehn Etagen verbunden durch Tunnel. Ein Erdbeben riss 1283 die Außenwand ab und legte das Innere frei.
Stopp Wardsia · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
06
Mzcheta
Wo Georgien christlich wurde
Am Zusammenfluss von Aragwi und Kura liegt die alte Hauptstadt Mzcheta. Hier ließ sich König Mirian im 4. Jahrhundert taufen; in der Swetizchoweli-Kathedrale soll das Gewand Christi begraben sein. Auf dem Hügel gegenüber steht das Dschwari-Kloster aus dem 6. Jahrhundert, von dem aus man beide Flüsse sieht. Welterbe seit 1994.
Stopp Mzcheta · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
07
Signagi und Kachetien
Achttausend Jahre Wein, im Tonkrug vergraben
Kachetien ist Georgiens Weinland, und hier wird bis heute nach der Qvevri-Methode gekeltert: Der Most gärt monatelang in eiförmigen Tonkrügen, die im Boden vergraben sind, ein Verfahren, das seit rund achttausend Jahren nachweisbar ist. Über den Rebhängen liegt Signagi, umgeben von einer Stadtmauer mit dreiundzwanzig Türmen.
Stopp Signagi · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
08
Das Gelati-Kloster
Akademie und Grabkirche eines Königs
David der Erbauer gründete Gelati 1106 nicht nur als Kloster, sondern als Akademie: Hier wurden Philosophie, Astronomie und Medizin gelehrt, während der König selbst am Eingangstor begraben liegt. Die Hauptkirche trägt ein Mosaik der Gottesmutter aus dem 12. Jahrhundert und Fresken vom 12. bis 17. Jahrhundert. Welterbe seit 1994.
Stopp Kutaissi · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
09
David Garedscha
Höhlenklöster in der Halbwüste
An der Grenze zu Aserbaidschan liegt eine Halbwüste aus gestreiften Hügeln, und in ihre Hänge schlugen syrische Mönche ab dem 6. Jahrhundert Klöster: Zellen, Refektorien und Kapellen, deren Fresken teils noch farbig sind. Vom Grat über dem Lawra-Kloster schaut man weit nach Aserbaidschan hinein.
Stopp David Garedscha · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
10
Tuschetien
Hinter einem Pass, der nur im Sommer offen ist
Nach Tuschetien führt eine einzige Piste über den Abano-Pass auf 2.850 Metern, ohne Leitplanken, an Abgründen entlang, und sie ist nur von Juni bis September befahrbar. Dahinter liegen Dörfer wie Omalo und Dartlo mit Schieferhäusern und Wehrtürmen, in denen im Winter niemand bleibt.
Stopp Tuschetien · Beste Zeit: Jun–Sep
11
Batumi
Schwarzmeer-Skyline mit Belle Époque darunter
Batumi hat sich in zwanzig Jahren eine Skyline aus Hochhäusern an die Schwarzmeerküste gestellt, zwischen die sich Jugendstilfassaden aus der Zeit als russische Hafenstadt drängen. An der Promenade steht die bewegliche Skulptur „Ali und Nino“, zwei Figuren, die sich in einem rund zehnminütigen Ablauf durchdringen und wieder trennen.
Stopp Batumi · Beste Zeit: Mai–Jun · Sep