01
Marrakesch
Ein Platz, der abends zur Küche wird
Die Medina von Marrakesch ist seit 1985 Welterbe, und ihr Zentrum ist der Djemaa el-Fna: tagsüber Orangensaftstände und Schlangenbeschwörer, ab Sonnenuntergang hunderte Garküchen mit Rauch und Nummernschildern. Rundherum liegen die Souks, die Koutoubia-Moschee und der Bahia-Palast mit seinen Zedernholzdecken.
Stopp Marrakesch · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
02
Fès el-Bali
Neuntausend Gassen, keine für Autos
Die Altstadt von Fès ist eines der größten autofreien Stadtgebiete der Welt: Waren gehen auf Eselsrücken. Hier steht mit al-Qarawiyyin die älteste durchgehend betriebene Universität der Welt, gegründet 859. In der Gerberei Chouara wird Leder bis heute in Steinbecken gefärbt, so wie im Mittelalter. Welterbe seit 1981.
Stopp Fès · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
03
Chefchaouen
Eine Stadt, die jedes Jahr neu blau wird
Chefchaouen liegt in einer Falte des Rif-Gebirges, und seine Altstadt ist in allen Blautönen gestrichen: Wände, Treppen, Türrahmen, Blumentöpfe. Woher die Farbe kommt, ist umstritten: Mückenschutz, Kühlung oder ein Erbe der jüdischen Gemeinde, die hier ab 1492 Zuflucht fand. Gestrichen wird bis heute jedes Jahr neu.
Stopp Chefchaouen · Beste Zeit: Apr–Mai · Sep–Okt
04
Aït Benhaddou
Ein Lehmdorf, das Hollywood ständig ausleiht
Am Rand des Ounila-Tals staffelt sich ein Ksar aus Stampflehm den Hang hinauf: Wohntürme, Speicher und eine Kornkammer ganz oben. Aït Benhaddou stand an der Karawanenroute von der Sahara nach Marrakesch und ist seit 1987 Welterbe, dazu Kulisse für alles von „Lawrence von Arabien“ bis „Game of Thrones“.
Stopp Aït Benhaddou · Beste Zeit: Okt–Nov · Mär–Apr
05
Der Erg Chebbi
Hundertfünfzig Meter hohe Dünen bei Merzouga
Bei Merzouga hört die Steinwüste auf und ein Sandmeer beginnt: Der Erg Chebbi ist 22 Kilometer lang, seine höchsten Dünen erreichen 150 Meter. Man reitet am Nachmittag auf Dromedaren hinein, übernachtet im Camp und steigt vor Sonnenaufgang auf einen Kamm, wenn der Sand von Grau nach Orange kippt.
Stopp Merzouga · Beste Zeit: Okt–Nov · Mär–Apr
06
Essaouira
Wind, Möwen und blaue Boote
Essaouira wurde im 18. Jahrhundert von einem französischen Architekten als Hafenstadt am Reißbrett entworfen: gerade Straßen, eine Seefestung, weiße Häuser mit blauen Fensterläden. Im Hafen liegen hunderte blaue Holzboote, darüber kreisen Möwen, und der Passat weht so verlässlich, dass die Stadt ein Kitesurf-Zentrum ist.
Stopp Essaouira · Beste Zeit: Apr–Okt
07
Der Hohe Atlas
Nordafrikas höchster Gipfel, ab Imlil
Eine Stunde südlich von Marrakesch beginnt der Hohe Atlas, und in Imlil auf 1.740 Metern endet die Straße. Von dort führt der Weg auf den Jbel Toubkal, mit 4.167 Metern der höchste Berg Nordafrikas, meist in zwei Tagen mit Übernachtung in einer Hütte. Unterwegs liegen Walnussterrassen und Berberdörfer aus demselben Stein wie der Hang.
Stopp Imlil · Toubkal · Beste Zeit: Apr–Okt
08
Die Todra-Schlucht
Dreihundert Meter Fels, zehn Meter Spalt
Hinter dem Palmenhain von Tinghir schneidet der Todra-Fluss eine Klamm in den Hohen Atlas, die an der engsten Stelle nur zehn Meter breit ist, während die Wände dreihundert Meter senkrecht aufsteigen. Am Grund läuft eine Straße neben dem Bach; morgens fällt Licht wie durch einen Schacht hinein.
Stopp Todra-Schlucht · Beste Zeit: Okt–Nov · Mär–Apr
09
Die Hassan-II-Moschee
Ein Minarett von 210 Metern über dem Atlantik
Die Hassan-II-Moschee in Casablanca steht zur Hälfte über dem Meer, auf einer Plattform in den Atlantik gebaut. Ihr Minarett ist mit 210 Metern das zweithöchste der Welt, das Dach lässt sich öffnen, und der Gebetssaal fasst 25.000 Menschen. Fertiggestellt wurde sie 1993, finanziert zu großen Teilen aus öffentlichen Spenden.
Stopp Casablanca · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
10
Volubilis
Rom am Rand der bekannten Welt
Volubilis war die südwestlichste größere Stadt des Römischen Reichs, einst Hauptstadt des Königreichs Mauretanien und unter Rom eine der wichtigsten Städte der Provinz Mauretania Tingitana. Übrig sind Basilika, Kapitol, ein Triumphbogen und vor allem Mosaikböden, die noch dort liegen, wo sie verlegt wurden. Dazwischen wachsen Getreidefelder, und auf den Säulen nisten Störche.
Stopp Volubilis · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
11
Rabat
Eine blau-weiße Kasbah über der Flussmündung
Rabat ist Hauptstadt und trotzdem ruhig. Über der Mündung des Bou Regreg liegt die Kasbah des Oudaias, eine Festung aus dem 12. Jahrhundert, deren Gassen blau-weiß gestrichen sind und in einem andalusischen Garten enden. Gegenüber steht der Hassan-Turm, das Minarett einer Moschee, die nie fertig wurde.
Stopp Rabat · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov
12
Legzira
Ein roter Felsbogen im Atlantik
Nördlich von Sidi Ifni fällt eine rote Sandsteinküste an den Atlantik, und die Brandung hat Bögen in die Klippen gefressen. Bei Ebbe läuft man unter dem verbliebenen Tor hindurch; im Abendlicht wird der Fels leuchtend rot. Sidi Ifni selbst war bis 1969 spanisch und ist voller Art-déco-Bauten.
Stopp Sidi Ifni · Beste Zeit: Okt–Apr