01
Chichén Itzá
Eine Pyramide als steinerner Kalender
El Castillo hat auf jeder Seite 91 Stufen, zusammen mit der obersten Plattform 365: Die Maya haben ihr Jahr in Stein gebaut. Zweimal im Jahr, zur Tagundnachtgleiche, wirft die Treppenkante einen Schatten, der sich als Schlangenkörper die Pyramide hinunterwindet. Ringsum liegen Ballspielplatz und Kriegertempel. Seit 1988 UNESCO-Welterbe.
Stopp Chichén Itzá · auch als Tagesausflug ab Valladolid (~40 min) · Beste Zeit: Dez–Apr
02
Mexiko-Stadt
Eine Metropole auf einem trockengelegten See
Die Stadt steht auf dem Grund des Texcoco-Sees, den die Spanier trockenlegten, und sinkt seitdem, sichtbar an der schiefen Kathedrale am Zócalo, einem der größten Plätze der Welt. In Coyoacán steht Frida Kahlos blaues Haus, im Anthropologischen Museum der Aztekenkalender, und sonntags radelt die halbe Stadt über die gesperrte Reforma.
Stopp Mexiko-Stadt · Beste Zeit: Nov–Mär
03
Teotihuacán
Die Straße der Toten, zwei Kilometer lang
Eine Stunde vor Mexiko-Stadt liegt eine Metropole, die schon Ruine war, als die Azteken sie fanden. Sie gaben ihr den Namen, der Erbauer ist bis heute unbekannt. Zur Blütezeit lebten hier über hunderttausend Menschen. Die Sonnenpyramide misst 65 Meter, und die Straße der Toten zieht schnurgerade durch die ganze Anlage. Seit 1987 UNESCO-Welterbe.
Stopp Mexiko-Stadt · Tagesausflug (~1 h) · Beste Zeit: Nov–Mär
04
Oaxaca & Monte Albán
Mezcal, Mole und eine Stadt auf dem Bergrücken
Über Oaxaca liegt Monte Albán auf einer künstlich eingeebneten Bergkuppe: Die Zapoteken trugen dafür ab 500 v. Chr. eine ganze Bergspitze ab. Unten in der Stadt riecht der Markt nach geröstetem Kakao und Chapulines, es gibt sieben Sorten Mole, und in den Dörfern ringsum brennen Familien Mezcal aus wilden Agaven. Seit 1987 UNESCO-Welterbe.
Stopp Oaxaca · Beste Zeit: Nov–Mär
05
Palenque
Maya-Tempel, aus denen Brüllaffen rufen
Palenque liegt dort, wo die Ebene an den Dschungel von Chiapas stößt: helle Kalksteintempel vor grüner Wand, ringsum Nebel und das Röhren der Brüllaffen. Unter dem Tempel der Inschriften fand man 1952 die Grabkammer des Herrschers Pakal, samt Jadeschmuck und einer Steinplatte, über die bis heute gestritten wird. Seit 1987 UNESCO-Welterbe.
Stopp Palenque · Beste Zeit: Nov–Mär
06
Die Cenoten
Süßwasserlöcher als Tor zur Unterwelt
Yucatán hat keine Flüsse: Das Regenwasser versickert im Kalkstein und sammelt sich in Höhlen, deren Decken irgendwann einbrachen. Übrig blieben tausende Cenoten mit glasklarem Wasser, für die Maya Zugänge zur Unterwelt. In der Cenote Suytun bei Valladolid fällt mittags ein Lichtstrahl durch die Deckenöffnung genau auf eine steinerne Plattform.
Stopp Valladolid · Beste Zeit: Dez–Apr
07
Tulum
Maya-Mauern über türkisem Wasser
Tulum ist eine der wenigen Maya-Städte, die direkt am Meer gebaut wurden: eine ummauerte Hafenstadt auf einer Klippe, unter der ein türkisfarbener Strand liegt. Vom Wasser aus sieht der kleine Tempel El Castillo aus wie ein Leuchtfeuer, was er vermutlich auch war, als Kanus durch die Riffdurchfahrt gesteuert wurden.
Stopp Tulum · Beste Zeit: Dez–Apr
08
Bacalar
Die Lagune der sieben Farben
Die Lagune von Bacalar ist sechzig Kilometer lang und wechselt je nach Wassertiefe und Untergrund von fast weiß über Türkis bis Tiefblau. Am Grund wachsen Stromatolithen: von Bakterien gebaute Gesteinsstrukturen, die zu den ältesten Lebensformen der Erde zählen. Am schönsten vom Kajak aus, früh, wenn das Wasser noch spiegelt.
Stopp Bacalar · Beste Zeit: Dez–Apr
09
Guanajuato
Bunte Gassen über unterirdischen Straßen
Guanajuato wurde reich durch Silber und liegt so eng in seiner Schlucht, dass der Verkehr unter die Stadt verlegt wurde: durch Tunnel, die früher den Fluss führten. Oben stapeln sich ockergelbe, rosa und blaue Häuser die Hänge hinauf, dazwischen Treppengassen, in denen abends Studenten mit Gitarren durchziehen. Seit 1988 UNESCO-Welterbe.
Stopp Guanajuato · Beste Zeit: Nov–Mär
10
Cañón del Sumidero
Tausend Meter Fels über dem Boot
Bei Chiapa de Corzo fährt das Boot in eine Schlucht, deren Wände fast senkrecht bis zu tausend Meter aufsteigen. An manchen Stellen liegt nur ein schmaler Streifen Himmel darüber. Auf den Sandbänken sonnen sich Krokodile, an der Wand hängt ein Moosbewuchs, der wie ein Weihnachtsbaum aussieht. Von San Cristóbal de las Casas ist es ein Tagesausflug.
Stopp San Cristóbal de las Casas · Beste Zeit: Nov–Mär
11
Isla Holbox
Sandstraßen statt Autos
Auf Isla Holbox gibt es keine Autos, nur Sandwege und Golfkarren. Die Insel liegt dort, wo Karibik und Golf von Mexiko zusammenkommen: flaches Wasser, Flamingos in den Lagunen, und von Juni bis September ziehen Walhaie vorbei, die größten Fische der Welt. In manchen Nächten leuchtet das Plankton im Wasser bei jedem Schritt.
Stopp Isla Holbox · Beste Zeit: Dez–Apr
12
Hierve el Agua
Wasserfälle, die zu Stein geworden sind
Aus dem Berg treten mineralreiche Quellen aus, deren Kalk über Jahrtausende an der Felskante erstarrt ist. Von unten sieht es aus, als wäre ein Wasserfall mitten im Sturz eingefroren. Oben stehen natürliche Becken direkt an der Abbruchkante, mit Blick über die Sierra von Oaxaca.
Stopp Hierve el Agua · Tagesausflug ab Oaxaca (~1,5 h) · Beste Zeit: Nov–Mär
13
Kupfercanyon
Viermal so groß wie der Grand Canyon
Im Nordwesten hat sich ein ganzes System von Schluchten in die Sierra Madre gefressen, größer und stellenweise tiefer als der Grand Canyon. Hindurch fährt El Chepe, einer der wenigen Fernzüge Mexikos, über 37 Brücken und durch 86 Tunnel. In den Schluchten leben die Rarámuri, bekannt für Läufe über hundert Kilometer in Sandalen.
Stopp Kupfercanyon · Beste Zeit: Okt–Nov · Mär–Apr
14
Die Agavenfelder von Tequila
Blaugraue Felder, so weit man sieht
Rund um den Ort Tequila bei Guadalajara stehen blaue Agaven in Reihen bis zum Horizont: eine Kulturlandschaft, die seit 2006 UNESCO-Welterbe ist. Aus den Herzen der Pflanzen, den Piñas, wird in den Destillerien gebrannt, was der Ort im Namen trägt. In Guadalajara sitzen abends die Mariachi-Kapellen auf der Plaza de los Mariachis und lassen sich anheuern.
Stopp Guadalajara · Tagesausflug (~1,5 h) · Beste Zeit: Nov–Mär