Vulkanpfad

La Réunion

Frankreichs Insel im Indischen Ozean

Route planen La Réunion Rundreise 2 Wochen ansehen
890.000 Einwohner 2.512 km² UTC+4
Vulkanpfad · Übersicht

La Réunion im Überblick

La Réunion ist französisches Übersee-Département im Indischen Ozean: bis Mitte des 17. Jahrhunderts unbewohnt, heute eine Gesellschaft mit afrikanischen, madagassischen, indischen, chinesischen und europäischen Wurzeln. Vulkanaktiv (Piton de la Fournaise bricht im Schnitt ein- bis zweimal im Jahr aus), tropisches Klima, EU-Außenposten in Afrika-Nähe.

Der Name „La Réunion“ („Die Vereinigung“) wurde 1793 vergeben, mit Bezug zur Vereinigung der Revolutionsbewegungen während der Französischen Revolution.

„La Réunion ist Frankreich mit Vulkanmagma: ein DOM mit Euro, Baguette und einem aktiven Vulkan, der im Schnitt ein- bis zweimal im Jahr glüht."Vulkanpfad · Editorial
Hauptstadt
Saint-Denis
Sprache
Französisch
Währung
Euro · EUR
Beste Reisezeit
Mai–Sep
Zeitzone
UTC+4
Vorwahl
+262
Verkehr
Rechts
Strom
230V · Typ C/E
Einreise
EU · Personalausweis
Trinkgeld
Trinkgeld · 5-10%
Religion
Katholizismus · Hinduismus
Fläche
2.512 km²
Die großen Momente

11 Gründe für La Réunion

Elf Momente, für die sich die Reise lohnt. Zu jedem steht der Stopp, an dem du ihn erlebst.

01

Der Piton de la Fournaise

Einer der aktivsten Vulkane der Erde

Der Piton de la Fournaise bricht im Schnitt alle neun Monate aus und hat den Südosten der Insel mit Lavafeldern überzogen, die bis ins Meer reichen. Vom Pas de Bellecombe steigt man in die Caldera hinab und läuft zweieinhalb bis drei Stunden über schwarze Schlacke zum Dolomieu-Krater. Welterbe seit 2010.

Stopp Piton de la Fournaise / Plaine des Cafres · Beste Zeit: Mai–Aug

02

Der Cirque de Mafate

Kein Auto kommt hier hinein

Mafate ist ein Talkessel aus dem eingestürzten Rumpf eines Vulkans, in dem rund achthundert Menschen leben, erreichbar nur zu Fuß oder per Hubschrauber, der auch Post und Lebensmittel bringt. In den Îlets, den verstreuten Weilern, gibt es Gîtes, Solarstrom und keine Straße. Welterbe seit 2010.

Stopp Cirque de Mafate · Beste Zeit: Mai–Sep

03

Der Piton des Neiges

Der höchste Punkt des Indischen Ozeans

Mit 3.070 Metern ist der Piton des Neiges der höchste Berg zwischen Afrika und Australien und der erloschene Vulkan, aus dessen Zusammenbruch die drei Cirques entstanden. Der klassische Weg führt in zwei Tagen hinauf, mit Übernachtung in der Gîte de la Caverne Dufour und Aufbruch um drei Uhr nachts zum Sonnenaufgang.

Stopp Piton des Neiges · Beste Zeit: Mai–Aug

04

Der Cirque de Cilaos

Vierhundert Kurven bis ins Bergdorf

Die Straße nach Cilaos hat rund vierhundert Kurven und einen Tunnel, in dem nur ein Fahrzeug Platz hat. Oben liegt ein Bergdorf auf 1.200 Metern, berühmt für Thermalquellen, Stickereien und die Linsen, die auf Terrassen wachsen. Ringsum steigen die Remparts senkrecht auf.

Stopp Cirque de Cilaos · Beste Zeit: Mai–Sep

05

Salazie und Hell-Bourg

Der grünste Talkessel, voller Wasserfälle

Salazie ist der regenreichste der drei Cirques, und entsprechend fällt das Wasser überall die Wände hinunter: der Voile de la Mariée, der Brautschleier, in mehreren Stufen direkt neben der Straße. Im Talkessel liegt Hell-Bourg, ein ehemaliger Kurort mit bunten Kreolenvillen, der zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt.

Stopp Cirque de Salazie · Beste Zeit: Mai–Sep

06

Der Piton Maïdo

Von der Kante zweitausend Meter hinunter

Der Maïdo ist ein Aussichtspunkt auf 2.200 Metern direkt an der Abbruchkante des Cirque de Mafate: Unter dir liegt der ganze Talkessel mit seinen Weilern, gegenüber der Grand Bénare. Man fährt im Dunkeln hoch, weil die Wolken meist gegen neun Uhr von unten hereinziehen und alles schließen.

Stopp Piton Maïdo · Beste Zeit: Mai–Sep

07

Der Trou de Fer

Dreihundert Meter freier Fall in eine Schlucht

Im Wald von Bébour-Bélouve stürzt ein Bach über eine Kante in einen Kessel, dessen Wände dreihundert Meter senkrecht abfallen. Vom Aussichtspunkt sieht man den Trichter von oben; hinein kommt man nur beim Canyoning oder per Hubschrauber.

Stopp Trou de Fer · Beste Zeit: Mai–Sep

08

Die Anse des Cascades

Wasserfälle, die direkt ins Meer fallen

An der Ostküste bei Sainte-Rose fällt Wasser über eine Basaltkante in eine Bucht mit Palmenhain und Fischerbooten. Ein paar Kilometer weiter läuft die Straße über die erstarrten Lavaströme des Piton de la Fournaise, mit Jahreszahlen am Rand (1977, 2004, 2007) und dazwischen die Kirche Notre-Dame des Laves, um die die Lava 1977 herumfloss.

Stopp Anse des Cascades · Beste Zeit: Mai–Okt

09

Saint-Denis

Kreolenvillen an einer französischen Präfektur

Saint-Denis ist Präfektur eines französischen Départements mitten im Indischen Ozean, und das sieht man: An der Rue de Paris stehen Kreolenvillen aus dem 19. Jahrhundert mit Lambrequins, geschnitzten Zierleisten unter den Dächern, dazwischen eine der ältesten Moscheen Frankreichs und ein hinduistischer Tempel. Am Barachois zeigen Kanonen aufs Meer.

Stopp Saint-Denis · Beste Zeit: Mai–Okt

10

Étang-Salé

Ein Strand aus schwarzem Vulkansand

Der Strand von Étang-Salé-les-Bains besteht aus fein zermahlener Lava und ist tiefschwarz, gesäumt von einem Filaokwald, der Schatten spendet. Er ist deutlich ruhiger als die Lagunenstrände im Westen, und die Brandung hier ist ein bekannter Surfspot.

Stopp Étang-Salé · Beste Zeit: Mai–Okt

11

Buckelwale vor Saint-Leu

Von Juli bis Oktober vor der Westküste

Zwischen Juli und Oktober ziehen Buckelwale aus der Antarktis an Réunion vorbei, und die Westküste bei Saint-Leu ist der beste Platz, sie zu sehen, oft schon vom Ufer aus, wenn eine Kuh mit Kalb in der Bucht bleibt. Über den Klippen dahinter starten die Gleitschirme; Saint-Leu gilt als einer der besten Flugspots der Welt.

Stopp Saint-Leu · Beste Zeit: Jul–Okt

Orientierung · Passt das zu dir?

Für wen sich La Réunion eignet

Réunion ist eine französische Vulkaninsel im Indischen Ozean, die auf engstem Raum tropische Küsten, dramatische Bergkessel und einen der aktivsten Vulkane der Welt vereint. Ein Ziel für Wanderer und Naturliebhaber mit europäischem Standard und kreolischem Flair.

  • WandererÜber 1.000 km markierte Pfade führen durch die Cirques und auf Vulkangipfel. Die GR-R2-Traverse gilt als eine der schönsten Trekkingrouten der Tropen.
  • Vulkan-FansDer Piton de la Fournaise zählt zu den aktivsten Vulkanen weltweit und lässt sich über eine Wanderung zum Kraterrand erleben.
  • NaturfotografenBergkessel wie Mafate, Wasserfälle und Lagunen liefern Motive in dichter Folge.
  • Kulinarik-ReisendeDie kreolische Küche mischt französische, indische, afrikanische und chinesische Einflüsse zu Currys, Rougails und Streetfood.

Was dich erwartet

Erwarte eine kompakte Insel mit enormer landschaftlicher Vielfalt: Der aktive Vulkan Piton de la Fournaise bildet das glühende Herz, während die drei Bergkessel Cirque de Cilaos, Salazie und das nur zu Fuß erreichbare Mafate steile Wanderwege und weite Blicke in die Kessel bieten. Das Wandern ist die zentrale Aktivität: Viele Höhepunkte erschließen sich nur über mehrstündige Touren, und das Wetter im Bergland wechselt rasch.

Weniger ideal, wenn: du einen reinen Strand- und Badeurlaub suchst oder körperlich nicht wandern kannst. Die Strände sind begrenzt und die wahren Höhepunkte liegen im bergigen, oft schwer zugänglichen Inselinneren.

Mit Kindern

Gut geeignet. Französische Tropeninsel mit europäischer Infrastruktur und Versorgung.

Dafür spricht: Vulkan, Lagunen-Strände, Wandern · Französische Standards bei Versorgung & Sicherheit

Herausfordernd: Bergstraßen kurvig · Zeitweise Mücken-übertragene Infekte (Schutz)

Geographie

Eine Insel aus Vulkan

La Réunion ist 2.500 km² klein, aber geologisch ein Riese, eine 3 Mio. Jahre alte Vulkaninsel über einem Hot Spot. Drei Cirques (Mafate, Cilaos, Salazie) als gewaltige Talkessel der erloschenen Piton-des-Neiges-Caldera, dazu der noch aktive Piton de la Fournaise im Süden. 40 % der Insel ist UNESCO-Weltnaturerbe.

Westküste · Strand & Lagune

Saint-Gilles-les-Bains als Strand-Hauptort mit Lagune (sichere Schwimmzone), Boucan Canot und L'Hermitage. Le Port als Hafenstadt. Hai-Angriffs-Zone, daher nur in geschützten Lagunen schwimmen! Surf-Verbot an vielen Stränden seit 2013. Trockenster Teil der Insel mit Savannen-Vegetation.

Cirques · Trois Cirques

Mafate als „Cirque sans route“, nur zu Fuß oder per Hubschrauber erreichbar. Im Cirque-Talkessel leben rund 800 Menschen in Dörfern wie La Nouvelle, Marla, Roche Plate. Cilaos berühmt für Linsen und Wein, mit kurviger 400-Kurven-Straße erreichbar. Salazie mit Hell-Bourg als „eines der schönsten Dörfer Frankreichs“.

Vulkan · Piton de la Fournaise

Einer der aktivsten Vulkane der Welt, mit Eruptionen im Schnitt ein- bis zweimal pro Jahr (meistens harmlos, Lava fließt nach Osten ins Meer). Pas de Bellecombe als Aussichtspunkt, von dort Wanderung zum Dolomieu-Krater (5–6 h hin und zurück). Plaine des Sables davor als Mondlandschaft mit roten Schlackefeldern.

Saint-Denis & Osten

Saint-Denis (Hauptstadt, 150.000 Einw.) mit kreolischer Architektur, Cathédrale Saint-Denis und Mosquée Noor-e-Islam. Osten („Côte au vent“) deutlich feuchter, dichter Regenwald in Sainte-Rose. Anse des Cascades mit Wasserfällen, die direkt ins Meer stürzen.

3.070 m
Höchster Berg · Piton des Neiges · erloschener Vulkan
2.632 m
Aktiver Vulkan · Piton de la Fournaise · Eruption ein- bis zweimal jährlich
40%
UNESCO-Welterbe · Pitons, Cirques et Remparts · seit 2010
2.512 km²
Inselfläche · Mit Madagaskar verglichen winzig, voller Mikroklimata
Saisonkalender

Wann du reisen solltest

Südhalbkugel, tropisch: trockenste und kühlste Saison ist Mai–November (südlicher Winter, ideal für Vulkan- und Trekking-Touren, Höhenluft kühl). Heiße Regenzeit Dezember–April mit Zyklon-Risiko (Jan–Apr). Hochsaison ist Juni–September. Wal-Beobachtungs-Saison Juli–Oktober (Buckelwale ziehen vor der Küste).

Ausführlich: beste Reisezeit für La Réunion mit Monatstabelle, Klimadiagramm und Regionen-Vergleich

La Réunion hat eines der vielfältigsten Klimas der Welt: tropisch an der Küste, alpin auf den Pitons, regenintensiv im Osten.

Saison im Jahresverlauf (Referenz Saint-Denis): Hauptreisezeit: Mai, Juni, Juli, August, September · Schulterzeit: April, Oktober, November · Nebensaison: Januar, Februar, März, Dezember.

Küste (Saint-Denis, Saint-Pierre)

Tropisch · Maritim

Beste Monate: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober. Trockenzeit Mai-November ideal, 22-27 Grad, klare Sicht. Regenzeit Dezember-April (australer Sommer), schwül und stürmisch. Westküste (Saint-Gilles, Saint-Pierre) trockener, Ostküste (Sainte-Anne) tropisch-feucht.

Cirques (Cilaos, Salazie, Mafate)

Subtropisch · Hochland

Beste Monate: Mai, Juni, Juli, August, September. Cilaos auf 1.200m kühl (15-22 Grad), klare Bergluft. Salazie regenreich (3.000mm+ pro Jahr). Mafate nur zu Fuß oder per Hubschrauber erreichbar, Bergdörfer ohne Straßen. Trockenzeit ideal für Wanderungen.

Pitons (über 2.000m)

Alpin · tropisch

Beste Monate: Mai, Juni, Juli, August. Piton des Neiges (3.070m) hat im Winter (Juni-September) gelegentlich Schnee, überraschend für eine Tropen-Insel. Aufstieg in Stufen Pflicht für Höhenanpassung. Beliebt ist die Tour zum Sonnenaufgang.

Zyklon-Saison · Dezember-April: Tropische Zyklone können La Réunion treffen, meist Januar-März. Hotels evakuieren manchmal, Straßen werden gesperrt. Meteorologie der Insel (meteofrance.re) ständig prüfen. Reisen in dieser Zeit mit Versicherung.

Hai-Angriffe · Surf-Risiko: Seit 2011 mehrere tödliche Hai-Angriffe an Réunion-Stränden. Schwimmen und Surfen an manchen Stellen verboten. Baden nur in der Lagune oder in überwachten, mit Netzen gesicherten Zonen (etwa Boucan Canot). Auf die Flaggen der Rettungsschwimmer achten.

Feste und Termine

  • Cavadee · Hindu-Fest (Januar): Tamilisches Hindu-Fest Ende Januar: Anhänger mit Cavadees (geschmückte Holzbögen), viele mit Nadeln durch Haut und Zunge, ziehen zum Tempel. Ein eindrucksvolles und intensives Ereignis besonders in Saint-André und Saint-Pierre.
  • Fête de la Musique & Sakifo Festival (Juni–Juli): 21. Juni ist Fête de la Musique mit Open-Air-Konzerten überall. Sakifo Musik Festival in Saint-Pierre (Juni) als wichtigstes Maloya/World-Music-Event mit Künstlern aus dem gesamten Indischen Ozean.
  • Dipavali · Lichterfest (Oktober–November): Hindu-Lichterfest Anfang Nov, Hauptzentrum Saint-André im Nordosten. Tausende Diyas (Öl-Lampen) erleuchten Straßen und Tempel, Süßigkeiten-Stände, traditionelle Tänze.
  • Fête Kaf · 20. Dezember (Dezember): Erinnerungstag an die Sklaverei-Abschaffung 1848, der wichtigste afro-kreolische Feiertag. Maloya-Konzerte überall, Picknicks mit Carry-Cochon (Schweinefleisch-Curry) und Spaziergänge an Erinnerungsorten in Saint-Paul (Wiege der Insel).
Geschichte

Vier Jahrhunderte La Réunion

Erst ab 1665 besiedelt, drei Jahrhunderte Kolonialgeschichte aus Zucker, Sklaverei und Vertragsarbeit, heute multi-ethnischer EU-Außenposten im Indischen Ozean.

  1. vor 1640

    Unbewohnt

    Wie das benachbarte Mauritius und anders als Madagaskar war La Réunion zur Zeit der europäischen Entdeckungen komplett unbewohnt. Portugiesen entdeckten sie um 1507 (Diogo Fernandes Pereira), nutzten sie aber nur als Wasserstation.

  2. 1642

    Französische Kolonisierung

    Frankreich beansprucht die Insel und nennt sie 'Île Bourbon' nach dem Königshaus. Erste Siedler 1665. Mit dem Ende des Bourbon-Königshauses umbenannt in 'La Réunion' (1793), in Anspielung auf die Vereinigung der Revolutionsbewegungen.

  3. 1690-1848

    Zucker und Sklaven

    Zuckerrohr wird zur Hauptwirtschaft. Sklaven aus Madagaskar, Mosambik und Westafrika werden importiert. 1848 wird die Sklaverei abgeschafft, 60.000 Menschen befreit. Heute werden die Befreiten am 20. Dezember (Fête Kaf) gefeiert.

  4. 1848-1946

    Indische Vertragsarbeiter

    Nach der Sklaven-Abschaffung werden Vertragsarbeiter aus Tamil Nadu (Indien), China und Mosambik geholt, heute die wichtigsten Bevölkerungsgruppen. Multi-ethnische Identität entsteht: Cafres (Afrikaner), Malbars (Tamilen), Zoreilles (Festland-Franzosen), Yabs (weiße Kreolen), Sinois (Chinesen).

  5. 1946

    Übersee-Département

    La Réunion wird von einer Kolonie in ein französisches Übersee-Département (DOM) umgewandelt, einen vollwertigen Teil Frankreichs mit denselben Rechten wie Bretagne oder Provence. Massive Investitionen vom Festland. Über Frankreich gehört die Insel seit den Römischen Verträgen von 1957 zur EWG, der heutigen EU.

  6. 2010-heute

    UNESCO und Tourismus

    2010 wird das Innere Réunions (Pitons, Cirques, Remparts) UNESCO-Welterbe. Tourismus wächst: Wanderer, Vulkan-Fans, EU-Bürger ohne Reisepass. 2018-19 Gilets Jaunes-Bewegung auch hier stark. Nach einer Serie von Hai-Angriffen gilt seit 2013 außerhalb gesicherter Zonen ein Bade- und Surfverbot.

La Réunion ist heute eine Gesellschaft vieler Herkunftsländer unter französischer Verwaltung: Hindutempel neben Moscheen neben Kirchen neben chinesischen Pagoden. Wirtschaftlich abhängig von Festland-Frankreich (Zucker wird zwar exportiert, aber kaum noch profitabel produziert). Höchste Pro-Kopf-EU-Ausgaben außerhalb Festland. Vulkanaktivität ist Touristen-Hauptattraktion.

Küche

Geschmack von La Réunion

Réunion-Küche ist Fusion in Reinkultur: französisch, kreolisch, indisch, chinesisch, afrikanisch. Cari, Rougail, Boucané. Rum aus Zuckerrohr, Curry-Pulver (massalé) aus indischen Wurzeln, Vanille-Plantagen (Heimat der edlen Bourbon-Vanille). Streetfood-Snacks: Samoussas, Bonbons piments.

  • CariKreolisches Curry mit Huhn, Schwein, Fisch oder Garnelen. Gewürzt mit Kurkuma, Knoblauch, Ingwer, Thymian, Tomaten. Mit Reis und Grains (Bohnen, Linsen) serviert. Familien-Klassiker. Familien-Restaurants
  • Rougail SaucissesKreolische Wurst in würziger Tomatensauce mit Knoblauch, Ingwer und Chili. Mit weißem Reis. Sonntags-Essen-Klassiker. 'Rougail' kann auch eine scharfe Salsa sein. Familien-Restaurants
  • BouchonsChinesisch-kreolische Wan-Tan-Dumplings: kleine gedämpfte Knödel mit Schwein oder Hähnchen. Streetfood-Klassiker mit süß-sauer-Sauce. Réunion-Adaption der kantonesischen Küche. Streetfood · Märkte
  • SamoussaIndisch-inspirierte Teigtaschen mit Hackfleisch, Linsen oder Käse. Streetfood-Snack, in jeder Boulangerie und an Straßenständen. Mit scharfer Soße (Piment). Märkte · Boulangerien
  • Bonbons pimentsFrittierte Chili-Krapfen aus Erbsen-Mehl, sehr scharf, typisch indisch-kreolisches Streetfood. Als Apéro mit Rum. An jedem Strandstand. Vorsicht: scharf! Strandstände · Streetfood
  • Massalé CabriZiegenfleisch in indischem Curry, typisch tamil-réunionesische Spezialität, oft bei Hindu-Festen (Marliémen-Fest). Mit Reis, Grains und Mango-Chutney. Tamilische Restaurants
  • Carry PouletHähnchen-Curry mit Kurkuma, Knoblauch, Ingwer, Tomaten, Combava-Limette. Mit Reis und Grains. Vermutlich das meistgekochte Gericht auf der Insel. Familien · Restaurants
  • AchardsEingelegtes Gemüse: Karotten, Bohnen, Kraut in Kurkuma-Senf-Marinade. Beilage zu jedem Curry. Auch als Sandwich-Belag. Indisch-kreolisches Erbe. Märkte · Hausmannskost

Marché de Saint-Paul (Freitag/Samstag) ist der größte Markt, ein Streetfood-Mekka. Snacks an Strandständen (Saint-Pierre, Boucan Canot). Bouchons-Plätze in Saint-Denis (chinesische Communities). Hygiene-Standards EU-konform.

Wachsende Szene durch indische Bevölkerung: viele tamilische Restaurants haben vegetarische Cari und Achards. Bonbons piments, Samoussas vegetarisch verfügbar. Wort: 'végétarien' verbreitet.

Charrette und Isautier sind die berühmten Réunion-Rums, als Rhum agricole aus Zuckerrohrsaft und als Melasse-Rum, manche im Eichenfass gereift. Dodo-Bier (Brauerei seit 1962) ist das nationale Bier. Die Spezialität ist Rhum arrangé: Rum, in dem Vanille, Zimt oder Litschi wochenlang ziehen.

Erleben

Was du erlebst

Vulkan-Trek, Maloya, Kreol-Küche, Thermen: Réunion in vier Dimensionen.

Piton-Treks

Wanderung zum Piton-de-la-Fournaise-Krater (5–6 h hin und zurück ab Pas de Bellecombe). Piton-des-Neiges-Übernachtungs-Trek (zwei Tage, Gîte am Berg). GR R2-Diagonale-Insel-Trek (12 Tage komplett quer durch). Canyoning in den Cirques (Cascade de Trou Blanc, Fleur Jaune). Paragliding aus Saint-Leu (Flugwetter an rund 300 Tagen im Jahr). Mountainbiking in den Hochland-Wäldern.

Maloya & Tempelfeste

Maloya (UNESCO 2009) als musikalisches Erbe der ehemaligen Sklaven, mit Trommel-Sessions in Saint-Pierre oder Saint-Denis-Bars. Tempel-Feste der hinduistischen Gemeinschaft (Dipavali im Oktober/November, Cavadee im Januar mit Nadeln durch Haut und Zunge). Kreol-Sprache-Workshops. Musée de Villèle in Saint-Paul als Sklaverei-Museum auf einer ehemaligen Zuckerplantage. Kabar (lokale Volksfeste) mit Trommel- und Tanz-Sessions.

Kreol-Küche & Rum

Carry (kreolisches Curry) mit Hühnchen, Ente oder Cabri (Ziege) und Reis, Bohnen, Rougail (scharfe Tomaten-Salsa). Bouchons (chinesische Dumplings als Streetfood). Rum-Verkostung in den Distilleries Savanna, Rivière du Mât, Isautier. Vanille aus Bras-Panon. Vanille-Lutscher und Kreol-Süßigkeiten. Wochenmarkt in Saint-Paul (Freitag/Samstag) als komplettes kulinarisches Sinneserlebnis.

Thermen & Lagune

Thermalquellen-Bäder in Cilaos (Source Irénée Accot), eine historische Thermalstation. Saint-Gilles-Lagune als sicherer Schwimmstrand mit Korallengarten. Waldbaden in der Forêt de Bébour-Bélouve. Vulkan-Schwarzsand-Strände der Süd-Küste (Étang-Salé-les-Bains). Sonnenaufgang am Piton Maïdo (2.205 m) mit Blick auf Cirque de Mafate, als Slow-Wellness früh morgens.

Heritage

Welterbe im Überblick

La Réunion zählt 1 UNESCO-Welterbestätte: die Pitons, Cirques und Remparts der Réunion-Insel (2010). Drei riesige natürliche Talkessel (Mafate, Salazie, Cilaos) und der aktive Vulkan Piton de la Fournaise. Für Wanderer gibt es über 1.000 km markierte Pfade.

Pitons, Cirques und Remparts

UNESCO-Welterbe seit 2010

40% der Insel als UNESCO geschützt: drei Cirques (Talkessel), der Piton des Neiges (3.070 m) und der Piton de la Fournaise (2.632 m), dazu steile Klippen. Mafate ist nur zu Fuß oder per Hubschrauber erreichbar. Vulkan-Wanderungen ab Pas de Bellecombe.

Piton de la Fournaise

UNESCO-Welterbe seit 2010

Einer der aktivsten Vulkane der Welt, bricht im Schnitt ein- bis zweimal im Jahr aus. Wanderung an den Krater bei Pas de Bellecombe (5-6 h hin und zurück). Mondlandschaft, Lavafelder, Fumarolen. Bei Eruptionen oft live verfolgbar.

Piton des Neiges

UNESCO-Welterbe seit 2010

Höchster Punkt des Indischen Ozeans (3.070m), ein erloschener Vulkan. Die Gipfelwanderung ist ein Klassiker der Insel: 14km Aufstieg über zwei Tage, Übernachtung in der Berghütte, Sonnenaufgang am Gipfel.

Réunions Architektur ist kreolisch-tropisch: Cases Créoles (kreolische Häuser) aus Holz mit Veranda, Steinhäuser in Saint-Denis (Petite Préfecture), pastellfarbene Dörfer in den Cirques. Hindu-Tempel (Le Colosse), Moscheen, Kirchen koexistieren. Cilaos-Stadt hat charmante Bergdorf-Atmosphäre auf 1.200m.

Geheimtipp: Statt Piton-de-la-Fournaise-Mainstream: Grand Bassin, ein Weiler aus ein paar Dutzend Häusern und Gîtes auf rund 700 m, tief im Tal unterhalb von Bois Court (Le Tampon). Eine Straße gibt es nicht: Vom Belvédère de Bois Court gehst du anderthalb Stunden hinunter und zweieinhalb wieder hinauf. Wer bleiben will, übernachtet in einer der Gîtes.

Sprache & Kultur

Etikette: Do’s und Don’ts

Réunion-Etikette ist eine Mischung aus französischer Höflichkeit und kreolischer Wärme. Multi-religiöse Toleranz: Hindu-Tempel, Moscheen, Kirchen koexistieren. Über Politik (Sklaverei-Vergangenheit, Festland-Verhältnis) mit Bedacht sprechen.

Das kommt gut an

  • Hindu-Tempel besuchen (Le Colosse in Saint-André), zum Marliémen-Fest im April kommen. Schuhe ausziehen, kein Fleisch dabei haben.
  • Piton de la Fournaise besteigen, bei Eruption (im Schnitt ein- bis zweimal im Jahr) live verfolgbar. Sicherer Aussichtspunkt Pas de Bellecombe.
  • Die Fête Kaf am 20. Dezember mitfeiern, sie erinnert an die Sklavenbefreiung. Multi-ethnische Identität wird gefeiert.
  • Eine GR-Route wandern, etwa die Tour des Cirques (8 Tage). Bei Mafate Übernachtung in Bergdörfern.

Das lieber nicht

  • Über Sklaverei-Vergangenheit oberflächlich sprechen: ein wichtiger Teil der Inselidentität. Maron-Sklaven (Marrons) versteckten sich in den Cirques.
  • Réunion für einen Teil Madagaskars halten: eigenständige französische Region mit eigener Identität.
  • An verbotenen Stränden surfen oder schwimmen: Hai-Risiko ist real. Strände mit roter Flagge ernst nehmen.
  • Zur Vulkan-Wanderung aufbrechen, ohne den Zugangsstatus am Pas de Bellecombe zu prüfen: bei Eruptionen oft Zugangsperren. Status beim OVPF auf www.ipgp.fr.
Praktisches

Gut zu wissen

Praxis-Kompaktinfo für die ersten Tage auf La Réunion.

Visum

EU · Personalausweis

La Réunion ist Teil Frankreichs und der EU, der deutsche Personalausweis genügt. Kein Reisepass nötig (Tipp: Personalausweis ist günstiger und einfacher). Aufenthalt unbegrenzt für EU-Bürger.

Geld

Euro · teurer als Festland-Frankreich

Euro wie in Festland-Frankreich. Kreditkarten überall, Apple/Google Pay verbreitet. Preise: teurer als Festland (alles wird importiert), aber günstiger als Mauritius/Seychellen.

Gesundheit

Gesundheit · Mückenschutz wegen Chikungunya

EU-Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt. Standardimpfungen reichen. Leitungswasser trinkbar in Städten. Dengue: gelegentlich Ausbrüche, Mückenschutz. Chikungunya: große Epidemien 2005–06 und zuletzt 2024–25 mit Zehntausenden bestätigten Fällen, Mückenschutz daher ernst nehmen. Krankenhäuser: CHU Félix-Guyon (Saint-Denis) und CHU GHSR (Saint-Pierre) sind exzellent.

SIM & Internet

SIM & Internet · EU-Roaming gilt

La Réunion ist französisches DOM und damit EU, deutsche und österreichische SIM-Karten funktionieren ohne Aufpreis, selbst wenn dort „Réunion“ angezeigt wird. Lokale Carrier: Orange Réunion, SFR Réunion. 4G/5G ausgezeichnet in Saint-Denis und entlang der Küste, in den Cirques und Hochland (Plaine des Cafres) Lücken. WiFi in Lodges und Cafés meist kostenlos. Sat-Phone für Mafate-Übernachtungen sinnvoll.

Sicherheit

Sicherheit · Haigefahr: nur in Lagunen baden

Réunion gilt als relativ sicher; steigende Armutskriminalität meldet das Auswärtige Amt vor allem für Mayotte. In ärmeren Vierteln trotzdem aufmerksam sein und keine Wertsachen sichtbar im Auto lassen. Naturgefahren sind ernst: Hai-Angriffe an der West-Küste seit 2011 (Surfen und Schwimmen an mehreren Stränden verboten, nur Lagunen wie Saint-Pierre und Étang-Salé oder Netz-Zonen wie Boucan Canot!). Vulkanaktivität (Piton de la Fournaise bricht im Schnitt ein- bis zweimal im Jahr aus, meistens ungefährlich, aber Wanderwege werden gesperrt). Zyklone (Jan–Apr) mit Stromausfällen, Zyklon Garance im März 2025 forderte Tote. Wettersturz im Hochland.

Notruf

Notfall (alle)112
Polizei17
Krankenwagen (SAMU)15
Bergrettung (PGHM)+262 262 936 393

112 für alle Notfälle. CHU Félix-Guyon in Saint-Denis und CHU GHSR in Saint-Pierre sind die Hauptkrankenhäuser. Bergrettung (PGHM) für Wander-Notfälle in den Cirques und Piton-Aufstieg.

Transport · vor Ort

  • MietwagenSinnvollste Variante, denn die Insel ist klein (rund 210 km einmal um die Insel), aber Bergstraßen verzwickt. Hertz, Europcar, Avis am Flughafen Roland Garros. Achtung: enge Serpentinen-Straßen in den Cirques.
  • Car Jaune (Bus)Réunions Bus-Netz mit Linien um die ganze Insel und in die Cirques. Günstig (2-4 EUR pro Fahrt). www.carjaune.re. Limitierte Frequenz, vor allem im Inneren.
  • HelikopterFür Mafate-Cirque, das nur zu Fuß oder per Hubschrauber erreichbar ist. Auch Vulkan- und Wasserfall-Rundflüge. 200-400 EUR pro Person. Helilagon, Corail Hélicoptères.
  • WandernRéunion hat drei Fernwanderwege: GR R1, R2 und R3. Tour des Cirques (8-10 Tage) ist Klassiker. Hütten (gîtes) buchen über www.gites-de-france.com. Wanderschuhe Pflicht.

Alle Angaben (insbesondere Visa, Preise, Gesundheits- und Sicherheitshinweise) ohne Gewähr, sie können sich kurzfristig ändern. Verbindlich: Auswärtiges Amt und offizielle Stellen. Stand der Inhalte: Juli 2026.

FAQ

Häufige Fragen zu La Réunion

Wann ist die beste Reisezeit für La Réunion?

Mai bis September. La Réunion hat eines der vielfältigsten Klimas der Welt: tropisch an der Küste, alpin auf den Pitons, regenintensiv im Osten.

Brauche ich ein Visum für La Réunion?

EU · Personalausweis. La Réunion ist Teil Frankreichs und der EU, der deutsche Personalausweis genügt. Kein Reisepass nötig (Tipp: Personalausweis ist günstiger und einfacher). Aufenthalt unbegrenzt für EU-Bürger.

Wie bezahle ich auf La Réunion?

Euro wie in Festland-Frankreich. Kreditkarten überall, Apple/Google Pay verbreitet. Preise: teurer als Festland (alles wird importiert), aber günstiger als Mauritius/Seychellen.

Wie sicher ist eine Reise durch La Réunion?

Réunion gilt als relativ sicher; steigende Armutskriminalität meldet das Auswärtige Amt vor allem für Mayotte. In ärmeren Vierteln trotzdem aufmerksam sein und keine Wertsachen sichtbar im Auto lassen. Naturgefahren sind ernst: Hai-Angriffe an der West-Küste seit 2011 (Surfen und Schwimmen an mehreren Stränden verboten, nur Lagunen wie Saint-Pierre und Étang-Salé oder Netz-Zonen wie Boucan Canot!). Vulkanaktivität (Piton de la Fournaise bricht im Schnitt ein- bis zweimal im Jahr aus, meistens ungefährlich, aber Wanderwege werden gesperrt). Zyklone (Jan–Apr) mit Stromausfällen, Zyklon Garance im März 2025 forderte Tote. Wettersturz im Hochland.

Eignet sich La Réunion für Reisen mit Kindern?

Gut geeignet. Französische Tropeninsel mit europäischer Infrastruktur und Versorgung.

Was kostet eine Reise durch La Réunion pro Tag?

Sparsam: ~70 € pro Person und Tag (Gîte/Berghütte, Selbstversorgung aus dem Supermarkt, kleiner geteilter Mietwagen) · Mittelklasse: ~140 € pro Person und Tag (Guesthouse oder Mittelklassehotel, Restaurantbesuche, eigener Mietwagen) · Komfort: ab ~250 € pro Person und Tag (Hotels, geführte Touren, Helikopterflug über die Cirques). Richtwerte für Unterkunft, Essen und Vor-Ort-Transport, ohne internationale Flüge.

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Fertige Reiserouten durch La Réunion