01
Lissabon & Belém
Sieben Hügel, gelbe Trams, Atlantiklicht
Lissabon ist über sieben Hügel gebaut, und die Straßenbahn 28 nimmt sie alle mit: durch die Alfama, wo die Wäsche über den Gassen hängt und abends Fado aus offenen Türen kommt. Draußen in Belém stehen der Turm und das Kloster der Hieronymiten aus der Zeit der Entdecker (seit 1983 UNESCO-Welterbe) und die Konditorei, die ihre Pastéis seit 1837 nach demselben geheimen Rezept backt.
Stopp Lissabon · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
02
Sintra
Ein Märchenschloss in Eigelb und Rot
Auf einem Bergrücken über Sintra ließ König Ferdinand II. in den 1840ern den Palácio da Pena bauen: knallgelbe und rote Türme, maurische Kacheln, Zinnen ohne militärischen Sinn: Romantik als Bauprogramm. Nebenan versteckt die Quinta da Regaleira einen Initiationsbrunnen, der sich als Wendeltreppe neun Stockwerke in die Erde schraubt. Die Kulturlandschaft ist seit 1995 UNESCO-Welterbe.
Stopp Sintra · auch als Tagesausflug ab Lissabon (~40 min Zug) · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
03
Porto
Eisenbrücke, Portweinkeller, Azulejos
Am Douro stapelt sich die Ribeira in schmalen Häusern den Hang hinauf, darüber spannt sich die zweistöckige Dom-Luís-I-Brücke von 1886, gebaut von einem Partner Gustave Eiffels. Auf der anderen Uferseite lagern in Vila Nova de Gaia die Portweinkeller, in denen du dich durch Tawny und Vintage probierst. Die Altstadt ist seit 1996 UNESCO-Welterbe.
Stopp Porto · Beste Zeit: Mai–Jul · Sep
04
Douro-Tal
Terrassen, seit 1756 vermessen
Flussaufwärts von Porto ist jeder Hang in Terrassen zerlegt, in denen die Reben für den Portwein wachsen. 1756 wurde das Douro-Tal als erste Weinregion der Welt offiziell abgegrenzt. Seit 2001 ist die Kulturlandschaft UNESCO-Welterbe. Die schönste Anfahrt ist die Bahnstrecke von Régua nach Pinhão, die sich direkt am Wasser entlangschiebt.
Stopp Douro Valley · Beste Zeit: Mai–Jul · Sep
05
Évora
Römischer Tempel, Kapelle aus Knochen
Mitten im Alentejo steht ein römischer Tempel aus dem 1. Jahrhundert, dessen Säulen bis heute die Altstadt überragen. Ein paar Gassen weiter liegt die Capela dos Ossos, deren Wände mit den Gebeinen von rund 5.000 Menschen ausgekleidet sind; über dem Eingang steht sinngemäß: Wir Gebeine, die hier liegen, warten auf die euren. Die Altstadt ist seit 1986 UNESCO-Welterbe.
Stopp Évora · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
06
Coimbra
Eine Bibliothek mit eigener Fledermauswache
Die Universität von Coimbra wurde 1290 gegründet und thront über der Stadt; seit 2013 ist sie UNESCO-Welterbe. Ihr Prunkstück ist die Biblioteca Joanina von 1728: Regale aus Tropenholz, vergoldete Schnitzereien und eine Kolonie Fledermäuse, die nachts die Insekten wegfrisst, die sonst die Bücher zerfressen würden. Abends wird hier ein eigener Fado gesungen, getragen und nur von Männern.
Stopp Coimbra · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
07
Nazaré
Wo die höchsten Wellen der Welt brechen
Vor Nazaré fällt der Meeresboden in einem fünf Kilometer tiefen Unterwassercanyon ab, der die Atlantikdünung bündelt und an der Praia do Norte auftürmt. Im Winter brechen hier Wellen von über zwanzig Metern, mehrere Weltrekorde stehen auf dieses Stück Küste. Zuschauen kannst du vom Fort oberhalb, wo die Oberstadt Sítio auf der Klippe sitzt.
Stopp Nazaré · Beste Zeit: Okt–Mär (Riesenwellen)
08
Ponta da Piedade
Goldene Felsnadeln im türkisen Wasser
Südlich von Lagos hat der Atlantik den goldgelben Sandstein zu Bögen, Nadeln und Grotten ausgehöhlt. Vom Leuchtturm führt eine Treppe hinunter zu den Booten, die zwischen den Felsen hindurchfahren; die Strände dazwischen (Praia do Camilo, Dona Ana) liegen wie Wannen zwischen den Klippen.
Stopp Lagos · Beste Zeit: Mär–Mai · Sep–Nov
09
Óbidos
Ein Dorf, komplett in einer Mauer
Óbidos passt vollständig in seinen Mauerring: weiß gekalkte Häuser mit blauen und gelben Sockeln, eine einzige Hauptgasse, an deren Ende die Burg steht. Ein König schenkte den Ort im 13. Jahrhundert seiner Frau, und danach gehörte er jahrhundertelang immer der jeweiligen Königin. Getrunken wird Ginja, Sauerkirschlikör, aus einem Becher aus Schokolade.
Stopp Óbidos · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
10
Aveiro
Bunte Kähne in den Salzkanälen
Durch Aveiro ziehen Kanäle, auf denen die Moliceiros fahren: flache Boote, die früher Seegras für die Felder holten und heute mit bemalten Bugschildern Gäste kutschieren. Ringsum liegen die Salinen, in der Stadt Jugendstilfassaden, und ein paar Kilometer weiter stehen in Costa Nova die Fischerhäuser in kräftigen Streifen am Strand.
Stopp Aveiro · Beste Zeit: Mai–Jul · Sep
11
Tomar
Die Burg des Templerordens
In Tomar steht das Hauptquartier der portugiesischen Templer: Im Zentrum des Convento de Cristo liegt die Charola, ein achteckiger Rundbau, in dem die Ritter der Legende nach zu Pferd die Messe hörten. Als der Orden verboten wurde, führte Portugal ihn kurzerhand als Christusorden weiter und finanzierte damit die Entdeckungsfahrten. Seit 1983 UNESCO-Welterbe.
Stopp Tomar · Beste Zeit: Apr–Jun · Sep–Okt
12
Madeiras Levadas
Wandern entlang der Wasserrinnen
Um das Regenwasser vom Norden Madeiras in den trockenen Süden zu bringen, schlugen Siedler ab dem 15. Jahrhundert Kanäle in die Steilhänge. Heute ein Netz von über 2.000 Kilometern, an dem entlang Wanderwege führen, oft handbreit am Abgrund. Sie durchqueren den Laurisilva, den größten erhaltenen Lorbeerwald der Erde, seit 1999 UNESCO-Welterbe.
Stopp Funchal · Beste Zeit: Apr–Okt
13
Sete Cidades
Zwei Kraterseen, einer grün, einer blau
In einem Vulkankessel auf São Miguel liegen zwei Seen nebeneinander, die unterschiedlich gefärbt sind: der eine grün, der andere blau. Vom Kraterrand siehst du beide gleichzeitig, dazwischen eine schmale Brücke. Ringsum blühen im Sommer Hortensien in Hecken entlang der Straßen, und in Furnas kocht man den Eintopf noch in Erdlöchern über der Vulkanwärme.
Stopp Ponta Delgada · Beste Zeit: Jun–Sep