01
Sossusvlei & Deadvlei
Rostrote Dünen, über 300 Meter hoch
Im Namib-Sand-Meer schieben sich Dünen bis über 300 Meter hoch, Big Daddy ist die bekannteste. Wer sie im Morgenlicht besteigt, blickt hinunter auf Deadvlei: eine weiße Tonpfanne, in der seit Jahrhunderten abgestorbene Kameldornbäume stehen. Zu trocken, um zu verrotten. Die Wüste darunter ist eine der ältesten der Erde.
Stopp Sossusvlei · Beste Zeit: Mai–Sep
02
Etosha-Nationalpark
Am Wasserloch sitzen und warten
Etosha dreht die Safari um: Statt Tiere zu suchen, setzt du dich an ein Wasserloch und lässt sie zu dir kommen. Rund um die weiße Salzpfanne, die so groß ist wie ein halbes Bundesland, sammeln sich in der Trockenzeit Elefanten, Oryx, Zebras und Nashörner. Die Camps Okaukuejo, Halali und Namutoni haben beleuchtete Wasserstellen, an denen es auch nachts weitergeht.
Stopp Etosha-Nationalpark · Beste Zeit: Jul–Okt
03
Kolmanskop
Die Diamantenstadt, die der Wüste gehört
Nach dem Diamantenfund von 1908 wuchs mitten in der Namib eine deutsche Kleinstadt mit Ballsaal, Kegelbahn und eigener Eisfabrik. 1956 war der letzte Bewohner weg, seither schiebt der Wind den Sand durch die Türen. Heute stehst du in Wohnzimmern, die hüfthoch in der Düne versinken, und siehst durch die Fensterrahmen die Wüste.
Stopp Kolmanskop · Tagesausflug ab Lüderitz (~15 min) · Beste Zeit: Mai–Sep
04
Fish River Canyon
Afrikas größte Schlucht, 550 Meter tief
Der Fish River hat sich auf 160 Kilometern bis zu 550 Meter tief in ein Hochplateau gefressen; von der Kante am Hobas-Aussichtspunkt siehst du die Mäander unter dir liegen wie ein Modell. Wer mehr will, läuft den fünftägigen Trek durch die Schlucht bis zu den heißen Quellen von Ai-Ais.
Stopp Fish River Canyon · Beste Zeit: Mai–Sep
05
Skeleton Coast
Wo die Wüste im Nebel ins Meer läuft
An dieser Küste trifft die Namib auf den kalten Benguelastrom: Nebel, Brandung, kein Baum, und im Sand die Rippen gestrandeter Schiffe. Das Wrack der Zeila liegt seit 2008 vor Henties Bay. Weiter nördlich bei Cape Cross drängen sich über hunderttausend Pelzrobben an einem einzigen Strandabschnitt.
Stopp Skeleton Coast · Beste Zeit: Jun–Okt
06
Twyfelfontein
Über 2.500 Gravuren im roten Sandstein
Auf den Sandsteinplatten von Twyfelfontein haben Jäger und Sammler über Jahrtausende mehr als 2.500 Tiere, Fährten und Zeichen in den Fels geschlagen: Giraffen, Nashörner, Robben, und die berühmte Löwenfigur mit dem geknickten Schwanz. 2007 wurde der Ort Namibias erste UNESCO-Welterbestätte.
Stopp Twyfelfontein · Beste Zeit: Mai–Sep
07
Wüstenelefanten im Damaraland
Elefanten, die trockene Flussbetten lesen
Im Damaraland leben nur noch rund 150 wüstenangepasste Elefanten. Sie ziehen den ausgetrockneten Flussläufen des Huab und Ugab entlang, laufen weiter als jede andere Population und kommen mit Wasser alle drei bis vier Tage aus. Gefunden werden sie über frische Spuren im Sand, nicht über Wasserlöcher.
Stopp Damaraland · Beste Zeit: Mai–Sep
08
Spitzkoppe
Granit, der aus der Ebene schießt
Die Spitzkoppe steht 700 Meter über der Ebene und leuchtet im letzten Licht orange: ein Granitmassiv, das älter ist als die Wüste ringsum. Der Felsbogen am Fuß ist eines der bekanntesten Fotomotive Namibias, in den Überhängen finden sich San-Felsmalereien, und die Gemeinde betreibt Camps direkt zwischen den Blöcken.
Stopp Spitzkoppe · Beste Zeit: Mai–Sep
09
Swakopmund
Schwarzwälder Kirschtorte am kalten Atlantik
Swakopmund ist die seltsamste Stadt des Landes: Fachwerk, Jugendstil und deutsche Bäckereien, dahinter die Dünen, davor ein Meer, das wegen des Benguelastroms kaum 15 Grad hat und die Stadt oft in Nebel packt. Vom Ort aus starten Sandboarding, Quad-Touren und die Ausflüge in die Wüste hinter der Küste.
Stopp Swakopmund · Beste Zeit: Jun–Okt
10
Walvis Bay & Sandwich Harbour
Flamingos vor der Düne, die ins Meer fällt
In der Lagune von Walvis Bay stehen je nach Saison zehntausende Flamingos im flachen Wasser; vom Kajak aus schwimmen dir am Pelican Point neugierige Robben um das Boot. Südlich davon läuft der Geländewagen bei Sandwich Harbour zwischen Brandung und einer Dünenwand, die 100 Meter hoch direkt in den Atlantik abbricht.
Stopp Walvis Bay · auch als Tagesausflug ab Swakopmund (~40 min) · Beste Zeit: Jun–Okt
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Köcherbaumwald
Bäume wie umgedrehte Wurzeln
Bei Keetmanshoop steht ein Hain aus rund 250 Köcherbäumen auf schwarzem Dolerit: Aloen mit dicken Stämmen und Kronen wie ausgestreckte Finger. Die San höhlten ihre Äste zu Köchern aus, daher der Name. Nebenan türmt sich der Giant’s Playground, ein Feld aus Doleritblöcken, die aussehen, als hätte sie jemand gestapelt.
Stopp Keetmanshoop · Beste Zeit: Mai–Sep
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Sternenhimmel im NamibRand
Eine Milchstraße, die Schatten wirft
Das NamibRand Nature Reserve war 2012 das erste Dark-Sky-Reservat Afrikas: keine Ortschaft, keine Straßenlaterne, kaum Feuchtigkeit in der Luft. In klaren Nächten ist die Milchstraße so hell, dass du im Sand deinen eigenen Schatten siehst. Manche Camps stellen die Betten dafür unter freiem Himmel auf.
Stopp NamibRand Nature Reserve · Beste Zeit: Mai–Sep
13
Epupa Falls & das Kaokoveld
Wasserfälle am Ende der Piste
Ganz im Nordwesten stürzt der Kunene bei Epupa über anderthalb Kilometer in mehreren Kaskaden hinunter, gesäumt von Baobabs und Makalani-Palmen; dahinter beginnt Angola. Im Kaokoveld ringsum leben Himba-Familien als Halbnomaden, die Frauen färben Haut und Haar mit Otjize, einer Paste aus Ockerstein und Butterfett.
Stopp Epupa Falls · Beste Zeit: Jul–Okt
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Raubkatzen in Okonjima
Leoparden mit dem Peilempfänger suchen
Okonjima ist das Zuhause der AfriCat-Stiftung, die Leoparden und Geparden aus Konflikten mit Farmen holt und wieder auswildert. Auf dem eingezäunten Reservat verfolgst du besenderte Tiere per Telemetrie durch den Busch: für viele Reisende die einzige Chance, einen Leoparden wirklich zu sehen.
Stopp Okonjima · Beste Zeit: Jul–Okt
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Zambezi-Region
Das grüne Namibia mit Flusspferden
Der schmale Streifen im Nordosten, bis 2013 Caprivi genannt, ist das Gegenteil des restlichen Landes: vier Flüsse, Schilfinseln, Regen und Wald. Im Bwabwata-Nationalpark wandern Elefantenherden zwischen Botswana, Angola und Sambia hin und her, an den Popa-Stromschnellen liegen Flusspferde und Krokodile im Wasser. Gefahren wird hier per Boot statt per Geländewagen.
Stopp Zambezi-Region · Beste Zeit: Jul–Okt