Petrapfad

Jordanien

Wo Beduinen und Petra leben

Route planen Jordanien Rundreise 9 Tage ansehen
11 Mio. Einwohner 89.342 km² UTC+3
Petrapfad · Übersicht

Jordanien im Überblick

Jordanien liegt am Schnittpunkt der antiken Welt: biblische Stätten, Nabatäer-Königreich Petra, römische Provinz Arabia, byzantinische Kirchen, islamische Kalifate, osmanische Provinz. Heute eine stabile Monarchie unter König Abdullah II., Insel der Ruhe in einer turbulenten Region.

Der Name „Jordan“ stammt vom hebräischen „Yarden“, „der Hinabsteigende“, Bezug zum Jordan-Fluss, der vom Hermon zum Toten Meer fließt.

„In Petra haben die Nabatäer der Wüste das Wasser abgerungen und ihre Stadt in den Sandstein gehauen."Petrapfad · Editorial
Hauptstadt
Amman
Sprache
Arabisch
Währung
Jordanischer Dinar · JOD
Beste Reisezeit
Mär–Mai · Okt–Nov
Zeitzone
UTC+3
Vorwahl
+962
Verkehr
Rechts
Strom
230V · Typ B/C/D/F/G
Einreise
Jordan Pass · 70–80 JOD inkl. Visum und Petra
Trinkgeld
Trinkgeld · 10-15%
Religion
Islam (Sunna) · Christentum
Fläche
89.342 km²
Die großen Momente

12 Gründe für Jordanien

Zwölf Momente, für die sich die Reise lohnt. Zu jedem steht der Stopp, an dem du ihn erlebst.

01

Petra

Eine Fassade am Ende einer Felsspalte

Der Weg nach Petra führt gut einen Kilometer durch den Siq, eine Spalte im Sandstein, an manchen Stellen drei Meter breit und bis zu 180 Meter tief. Am Ende gibt sie den Blick auf Al-Khazneh frei, aus dem Fels geschlagen von den Nabatäern im 1. Jahrhundert. Dahinter liegt eine ganze Stadt. Welterbe seit 1985.

Stopp Petra · Beste Zeit: Mär–Apr · Okt–Nov

02

Das Wadi Rum

Sandstein-Inseln in rotem Sand

Im Wadi Rum stehen Sandsteinmassive wie Inseln in einer Ebene aus rotem Sand, dazwischen Felsbrücken, Schluchten und nabatäische Inschriften. Die Beduinen der Zalabia leben bis heute hier. Gedreht wurden im Wadi Rum „Lawrence von Arabien“ und alles, was seither einen Mars brauchte. Welterbe seit 2011.

Stopp Wadi Rum · Beste Zeit: Mär–Apr · Okt–Nov

03

Das Tote Meer

Fast vierhundertvierzig Meter unter dem Meeresspiegel

Das Tote Meer ist der tiefste Punkt an Land, und mit rund 34 Prozent Salzgehalt trägt sein Wasser jeden Körper von allein. Am Ufer wachsen Salzkristalle zu Skulpturen, der schwarze Mineralschlamm wird seit der Antike als Heilmittel verkauft.

Stopp Totes Meer · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov

04

Jerash

Die besterhaltene Römerstadt des Nahen Ostens

Jerash war das antike Gerasa und ist heute eine der vollständigsten römischen Provinzstädte überhaupt: ein ovales Forum mit 56 Säulen, ein Kilometer Cardo mit ausgefahrenen Wagenspuren im Pflaster, zwei Theater, Tempel und der Hadriansbogen. Ein Erdbeben 749 begrub die Stadt und konservierte sie damit.

Stopp Jerash · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov

05

Das Wadi Mujib

Eine Schlucht, durch die man watet

Kurz vor der Mündung ins Tote Meer hat sich der Mujib in eine Sandsteinschlucht gefressen, die stellenweise nur wenige Meter breit ist. Auf dem Siq-Trail geht man flussaufwärts durch das Wasser, mal knöcheltief, mal bis zur Brust, und klettert an Seilen über kleine Wasserfälle. Der Einstieg liegt auf 410 Metern unter dem Meeresspiegel. Der Trail ist meist von April bis Oktober offen und erst ab 18 Jahren erlaubt.

Stopp Wadi Mujib · Beste Zeit: Apr–Okt

06

Das Dana Biosphärenreservat

Vier Klimazonen auf einem Abstieg

Dana ist Jordaniens größtes Naturreservat und fällt von 1.500 Metern auf 100 Meter unter den Meeresspiegel ab. Auf dem Weg wechselt die Vegetation von Wacholderwald über Steppe zur Wüste. Im alten Steindorf am Rand des Tals wohnen wieder Familien, und die Feynan-Lodge unten wird ausschließlich mit Sonnenstrom und Kerzen betrieben.

Stopp Dana Biosphärenreservat · Beste Zeit: Mär–Apr · Okt–Nov

07

Die Mosaikkarte von Madaba

Die älteste Landkarte des Heiligen Landes

Im Boden der St.-Georgs-Kirche in Madaba liegt ein Mosaik aus dem 6. Jahrhundert: eine Landkarte des Heiligen Landes mit über 150 beschrifteten Orten, aus zwei Millionen Steinchen gesetzt. Der erhaltene Ausschnitt zeigt Jerusalem mit Stadttoren und Säulenstraße, die älteste bekannte Darstellung der Stadt.

Stopp Madaba · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov

08

Der Berg Nebo

Der Blick, den Mose bekam

Vom Berg Nebo sah Mose nach biblischer Überlieferung das Gelobte Land, ohne es betreten zu dürfen. Bei klarer Luft reicht der Blick über das Jordantal bis nach Jericho und zu den Türmen Jerusalems. Oben steht eine byzantinische Gedenkkirche mit Mosaikböden aus dem 6. Jahrhundert und ein Kreuz aus Eisen.

Stopp Berg Nebo · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov

09

Kerak

Eine Kreuzfahrerburg mit unterirdischer Stadt

Kerak sitzt auf einem Bergsporn über dem Königsweg, mit Steilabfällen auf drei Seiten. Die Kreuzfahrer bauten die Burg ab 1142, Saladins Truppen nahmen sie 1188 nach monatelanger Belagerung. Unter dem Hof liegen gewölbte Gänge, Ställe und Küchen, in denen es auch im Hochsommer kühl bleibt.

Stopp Kerak · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov

10

Umm Qais

Drei Grenzen von einer Theaterstufe aus

Umm Qais ist das antike Gadara, gebaut aus schwarzem Basalt statt hellem Kalkstein. Vom Theater aus schaut man auf den See Genezareth, die Golanhöhen und das Jordantal: drei Länder auf einen Blick. Über den Ruinen liegt ein osmanisches Dorf, das erst in den 1980ern geräumt wurde.

Stopp Umm Qais · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov

11

Qusair Amra

Badehaus mit Fresken, die es nicht geben dürfte

Mitten in der Basaltwüste östlich von Amman steht ein Lustschloss der Umayyaden aus dem frühen 8. Jahrhundert. Innen sind die Wände über und über bemalt: Jagdszenen, badende Frauen, Handwerker, Tierkreiszeichen an der Kuppel. Diese figürliche Malerei in einem islamischen Bau macht die Anlage zu einer der bemerkenswertesten der Region. Welterbe seit 1985.

Stopp Azraq · Wüstenschlösser · Beste Zeit: Mär–Mai · Okt–Nov

12

Aqaba

Korallen an Jordaniens einzigem Meer

Jordanien hat 26 Kilometer Küste, und die liegen alle bei Aqaba am Roten Meer. Die Riffe beginnen wenige Meter vom Ufer, das Wasser ist auch im Winter über zwanzig Grad, und vor der Küste liegen versenkte Wracks, darunter ein Frachter und ein Panzer, die als künstliche Riffe dienen.

Stopp Aqaba · Beste Zeit: Okt–Nov · Feb–Apr

Orientierung · Passt das zu dir?

Für wen sich Jordanien eignet

Jordanien ist ein kompaktes Reiseland im Nahen Osten (das Auswärtige Amt rät derzeit von nicht notwendigen Reisen ab), das Weltwunder, Wüstenromantik und biblische Geschichte auf kurzen Wegen verbindet. Ein Ziel für alle, die große Kulturstätten mit dramatischen Wüstenlandschaften und herzlicher Gastfreundschaft erleben wollen.

  • Geschichts- & KulturfansDie Felsenstadt Petra, römische Ruinen in Jerash und Kreuzfahrerburgen machen Jordanien zum Freilichtmuseum des Orients.
  • Wüsten- & AbenteuerreisendeJeep-Touren und Übernachtungen im Beduinencamp im Wadi Rum sowie Wandern auf dem Jordan Trail locken Aktive.
  • Paare & ErholungssuchendeSchwerelos im Toten Meer treiben, Sterne über der Wüste und Spa-Resorts machen die Reise zum entspannten Genuss.
  • Familien mit älteren KindernPetra erkunden, Kamelritte und das Baden im salzigen Toten Meer begeistern ältere Kinder in einem gastfreundlichen Umfeld.

Was dich erwartet

Erwarte einen der berühmtesten Orte der Welt: Petra, wo du durch die enge Schlucht Siq zum rosa schimmernden Schatzhaus läufst und Tage mit dem Erkunden der Felsgräber füllen kannst. Im Wadi Rum erlebst du endlose rot-orange Sandsteinwüste mit Beduinencamps unter einem grandiosen Sternenhimmel. Zum Abschluss treibst du im extrem salzhaltigen Toten Meer, dem tiefsten Punkt an Land.

Weniger ideal, wenn: du ein klassisches Strand- oder Badeziel suchst, ein sehr knappes Budget hast (Eintritte wie das Petra-Ticket treiben die Kosten spürbar nach oben) oder mit sehr kleinen Kindern lange Fahrstrecken und ausgedehnte Wanderungen über felsiges Gelände scheust.

Mit Kindern

Mit Vorbereitung. Gastfreundlich, die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts vorher prüfen; Petra & Wüste sind beeindruckend, aber kräftezehrend.

Dafür spricht: Sehr gastfreundlich gegenüber Kindern · Wadi Rum, Totes Meer, Petra als Abenteuer

Herausfordernd: Große Hitze; Petra = viel Gehen/Treppen · Wenig Schatten in der Wüste

Geographie

Vier Wüstenformen, ein einziges Meer

Jordanien ist eines der wasserärmsten Länder der Welt: 90 % der Fläche sind Wüste. Hier liegt der niedrigste Punkt an Land (Totes Meer, rund 440 m unter NN), aber auch Hochlandtäler bis 1.800 m. Die einzige Küste am Roten Meer ist nur 26 km lang, dafür mit erstklassigem Tauch-Riff. Wasser bleibt das größte politische und ökologische Thema.

Jordan-Graben & Totes Meer

Teil des großen Afrikanischen Grabenbruchs, vom See Genezareth über das Tote Meer (rund 440 m unter NN, tiefster Punkt an Land) bis zum Roten Meer. Der Jordan-Fluss ist heute ein Rinnsal (zu viel Verbrauch), das Tote Meer schrumpft jedes Jahr um einen Meter. Mineralreiche Heilbäder und Schlammkuren.

Westliches Hochland

Amman, Madaba, Kerak, Petra liegen auf einer Hochebene 800–1.500 m über dem Meeresspiegel. Mediterranes Klima im Norden, Wüstenrand im Süden. Olivenhaine, Weinberge, Schaf- und Ziegen-Beweidung. Im Winter Schnee in Amman möglich.

Wüsten-Osten

Hauran-Vulkanwüste im Norden mit Schwarzbasalt-Steinen, Wadi Rum im Süden mit roten Sandstein-Felsformationen („Tal des Mondes“). Beduinen-Stämme als historische und heutige Bewohner. Filmkulisse für Lawrence of Arabia, The Martian, Dune.

Aqaba & Rotes Meer

Nur 26 km Küste am Roten Meer, Jordaniens einziger Meereszugang. Korallenriff fast unmittelbar am Strand, Tauchgang ab 6 m Tiefe. Wassertemperatur ganzjährig 21–28 °C. Aqaba als Sonderwirtschaftszone mit Freihandelsvorteilen.

-440 m
Totes Meer · Tiefster Punkt an Land
1.854 m
Höchster Berg · Jabal Umm ad Dami · im Wadi Rum
251 km
Jordan-Fluss · Vom Hermon zum Toten Meer
26 km
Küste am Roten Meer · Aqaba · einziger Meereszugang
Saisonkalender

Wann du reisen solltest

März–Mai und September–November sind die besten Reisemonate, mit angenehmen Wanderbedingungen in Petra (20–25 °C) und milden Wüstennächten. Sommer (Juni–August) heiß (Petra im Mittel um 30 °C, an Hitzetagen über 40 °C), Wanderungen nur sehr früh morgens. Winter mild in Amman tagsüber, aber nachts Frost in Wadi Rum.

Ausführlich: beste Reisezeit für Jordanien mit Monatstabelle, Klimadiagramm und Regionen-Vergleich

Jordanien hat mediterranes Klima im Norden, Wüste im Osten und Süden, Hochland entlang des Jordan-Grabens.

Saison im Jahresverlauf (Referenz Amman): Hauptreisezeit: März, April, Mai, Oktober, November · Schulterzeit: Juni, September · Nebensaison: Januar, Februar, Juli, August, Dezember.

Amman & Norden

Mediterran · Hochland

Beste Monate: März, April, Mai, Oktober, November. Frühling und Herbst ideal, angenehm 20-25 Grad, klare Sicht. Sommer (Juli-August) heiß bis 35 Grad, aber trocken. Winter mild (10-15 Grad tagsüber), gelegentlich Schnee in Amman (1000m Höhe).

Petra & Wadi Rum

Wüsten-kontinental

Beste Monate: März, April, Oktober, November. Frühling und Herbst optimal für Petra-Wanderungen, angenehm 22-28 Grad. Sommer brutal (40+ Grad), Wanderungen nur frühmorgens. Winter kalt (3-15 Grad), nachts unter 0, Wadi Rum kann Schnee haben.

Aqaba (Rotes Meer)

Wüste · Küste

Beste Monate: Oktober, November, Februar, März, April. Tauchrevier, Wassertemperatur 21-28 Grad ganzjährig. Sommer brutal heiß (40+ Grad), nur für Wasser-Aktivitäten erträglich. Oktober-November und Februar-April ideal, angenehm 25-30 Grad, klar. Im Winter tagsüber um 20 Grad.

Ramadan-Auswirkungen: Während Ramadan tagsüber viele Restaurants geschlossen, Petra hat reduzierte Stunden. Touristen-Restaurants in Hotels offen. Iftar (Fastenbrechen) bei Sonnenuntergang ist ein schönes kulturelles Erlebnis.

Hitze · Sommer: Juli-August in Petra, Wadi Rum und Aqaba über 40 Grad. Petra-Wanderung nur 6-10 Uhr morgens oder 16-18 Uhr nachmittags. 4+ Liter Wasser pro Tag. Klimaanlagen-Pausen in Cafés.

Feste und Termine

  • Ramadan (Januar–März, je nach Jahr): Fastenmonat: Tagsüber gedämpftes Leben, viele Restaurants geschlossen, Petra hat reduzierte Öffnungszeiten. Iftar (Sonnenuntergang) als Fest: Lamm, Reis, Knafeh, Familien-Atmosphäre. Hotels öffnen ihre Iftar-Buffets auch für Touristen, eines der schönsten kulturellen Erlebnisse.
  • Jerash Festival (Juli): Ab Ende Juli knapp zwei Wochen Theater, Musik und Tanz in der antiken römischen Stadt, mit Aufführungen in den 2.000 Jahre alten Theatern. König Abdullah und Königin Rania oft persönlich anwesend. Jordanier und arabische Touristen in großer Zahl, internationaler Anteil wachsend.
  • Unabhängigkeitstag (Mai): Am 25. Mai feiert Jordanien die Unabhängigkeit von 1946 mit Feuerwerk, Salutschüssen und Militärparaden in Amman. Gesetzlicher Feiertag mit Festen im ganzen Land.
  • Amman Marathon (Oktober): Stadtmarathon durch die sieben Hügel von Amman, 4.000+ Läufer durch ein historisches Zentrum, Zitadelle, römisches Theater. Internationale Anmeldung, milde 18–22 °C im Oktober.
Geschichte

Neuntausend Jahre Bilad al-Sham

Von neolithischen Statuen über die Nabatäer-Petra, römische Provinz, Lawrence-Revolte bis zur Abdullah-II-Modernisierung: sechs Wendepunkte am Wadi.

  1. 7000 v. Chr.

    Ain Ghazal · Älteste Kunst

    In Ain Ghazal nahe Amman entstehen einige der ältesten großen Menschenstatuen der Welt: rund 9.000 Jahre alte, bis zu einen Meter hohe Figuren aus Kalkputz. Eine der frühesten städtischen Siedlungen der Welt, größer als das zeitgleiche Jericho.

  2. 300 v. Chr.

    Nabatäer · Petra entsteht

    Die Nabatäer, arabische Karawanen-Händler, schaffen sich in den roten Felsschluchten ein verstecktes Königreich. Petra wird Hauptstadt des Weihrauch- und Myrrhe-Handels. Sie entwickeln geniale Wasserspeicher-Systeme in der Wüste und meißeln Felsfassaden in monumentalem Stil.

  3. 106

    Römische Provinz Arabia

    Trajan annektiert das Nabatäer-Königreich. Jordanien wird Teil der römischen Provinz Arabia. Jerash erhält ein ovales Forum, Theater und Tempel und ist heute eine der besterhaltenen römischen Städte überhaupt. Petra verliert an Bedeutung, als sich die Handelsstraßen verlagern.

  4. 636

    Islamische Eroberung

    Die Schlacht am Yarmuk besiegelt das Ende der byzantinischen Herrschaft in der Region. Jordanien wird Teil des islamischen Kalifats (Rashidun, später Umayyaden). Wüsten-Schlösser (Qusair Amra, Qasr al-Kharanah) entstehen als Wüsten-Refugium für die arabischen Kalifen.

  5. 1916-1946

    Arabische Revolte · Transjordanien

    Während des Ersten Weltkriegs führt T.E. Lawrence (Lawrence of Arabia) mit Prinz Faisal die arabische Revolte gegen die Osmanen, von Aqaba aus. 1921 wird Emir Abdullah (Faisals Bruder) zum Herrscher des britischen Mandats Transjordanien. 1946 Unabhängigkeit als Königreich Jordanien.

  6. 1999-heute

    König Abdullah II. · Modernisierung

    König Abdullah II. übernimmt 1999 nach seinem Vater König Hussein. Er treibt wirtschaftliche Reformen voran (Freihandelszone Aqaba), behält außenpolitische Balance (Frieden mit Israel 1994 bleibt). Jordanien nahm seit 2011 Hunderttausende Syrer auf (Ende September 2026 rund 330.000 beim UNHCR registriert), eine schwere Belastung für Wirtschaft und Wasserressourcen.

Jordanien ist heute eine moderne, gebildete Gesellschaft mit liberalem Königshaus. Amman ist gepflegt, Petra zieht in guten Jahren rund eine Million Besucher an, Aqaba am Roten Meer ist Tauch- und Resort-Hotspot. Das Land kämpft mit Wasserknappheit (eines der wasserärmsten Länder weltweit) und Flüchtlingsdruck, bleibt aber politisch stabil.

Küche

Geschmack von Jordanien

Jordanische Küche ist Levante-Klassik: Hummus, Falafel, Mezze, Mansaf. Beduinen-Tradition trifft mediterranen Einfluss. Olivenöl, Kichererbsen, Lamm, Joghurt und Zitrone prägen die Aromen. Süßspeisen mit Honig und Rosenwasser. Kardamom-Kaffee als Gastfreundschafts-Symbol.

  • MansafNationalgericht: Lamm in Joghurt-Sauce (Jameed) auf Reis und dünnem Shrak-Brot serviert. Mit Mandeln und Pinienkernen. Wird mit der rechten Hand gegessen. Beduinen-Gastfreundschaft pur. Sufra · Amman
  • HummusKichererbsen-Püree mit Tahina, Olivenöl, Zitronensaft und Knoblauch: Frühstück, Beilage, Hauptgericht. Wird mit Pita aufgetunkt. Hashem in Amman ist die berühmteste Hummus-Adresse. Hashem · Amman
  • FalafelFrittierte Kichererbsen-Bällchen mit Petersilie, Knoblauch, Kreuzkümmel, knusprig außen, weich innen. Streetfood-Klassiker, mit Pita, Tahina und Salat als Sandwich. Al-Quds · Streetfood
  • MaqlubaReis-Topf mit Lamm und gebratenem Gemüse (Aubergine, Blumenkohl, Kartoffel). 'Maqluba' bedeutet 'umgedreht', denn der Topf wird beim Servieren umgekippt. Festtagsgericht, mit Joghurt. Familien-Restaurants
  • MezzeLevante-Vorspeisen-Platte: Hummus, Mutabbal, Tabouleh, Fattoush, Baba Ghanoush, Kibbeh, Sambusek. Mit Pita und Olivenöl. Reichliche Auswahl ist Standard. Sufra · Amman
  • KnafehSüßes Käse-Dessert mit Engelshaar-Teig, Rosenwasser-Sirup und Pistazien. Original aus Nablus (Palästina), in Jordanien überall. Warm, klebrig, unwiderstehlich. Habibah · Amman
  • ShawarmaVertikal gegrilltes Lamm- oder Hähnchenfleisch im Pita mit Tahina, Knoblauchsauce, Gurken-Pickle und Pommes. Streetfood-Klassiker für unter 2 JOD. Reem · Amman
  • Zaatar mit OlivenölKräutermischung (Thymian, Sumach, Sesam) mit Olivenöl auf warmem Pita, ein Frühstücks-Klassiker. Auch als Manakish (gebackener Fladen mit Zaatar) am Streetfood-Stand. Frühstück · überall

Hashemite Plaza in Amman, Souk Khalil in der Innenstadt sind die Streetfood-Mekkas. Hashem (Falafel/Hummus seit 1952), Habibah (Knafeh) und Reem (Shawarma) sind die Institutionen. Hygiene-Tipp: hochfrequente Stände sind sicher.

Sehr vegetarier-freundlich: Mezze, Hummus, Falafel, Mutabbal, Tabouleh, Manakish, Foul (Bohnen) sind fleischlos, das meiste davon vegan. Wort: 'Bidoun lahem' = 'ohne Fleisch'. Levante-Küche generell gemüselastig.

Türkischer Kaffee mit Kardamom als Gastfreundschafts-Symbol. Pfefferminztee überall. Frischer Granatapfelsaft (Rumman) ist herrlich. Alkohol gibt es, getrunken wird aber zurückhaltend; Carakale-Bier und Arak-Anis-Schnaps lokal.

Erleben

Was du erlebst

Petra-Wanderungen, Wadi-Rum-Camping, Totes-Meer-Schwimmen, Tauchen: vier Wege, Jordanien zu erleben.

Petra & Wadi Rum

Petra mindestens 2 Tage: Al-Khazneh durch den Siq am Morgen, Kloster-Wanderung (800 Stufen) am Nachmittag. Petra by Night (So–Do, 20:30 Uhr) bei Kerzenlicht. Wadi Rum Beduinen-Camp mit Jeep-Tour zu den Sieben Säulen der Weisheit und Burdah-Brücke. Klettern in der Sandstein-Wüste, Nacht unter Sternen.

Jerash & Madaba

Jerash, eine der besterhaltenen römischen Provinzstädte mit Hadriansbogen und Oval-Forum. Madaba für die berühmte Mosaikkarte des Heiligen Landes (6. Jh., im Boden der St.-Georgs-Kirche). Bethanien jenseits des Jordan (Taufstätte Jesu, UNESCO). Beduinen-Gastfreundschaft bei Tee, Kaffee, Datteln; kann Stunden dauern, ist Ehrensache.

Mansaf & Mezze

Mansaf-Erlebnis bei einer Beduinen-Familie: Lamm in Joghurt-Sauce auf Reis und Shrak-Brot, mit der rechten Hand gegessen. Hashem (seit 1952 in Amman) für ein klassisches Hummus-Frühstück. Habibah für Knafeh. Reem-Shawarma (24/7-Imbiss-Institution) am Second Circle, seit 1975 fast immer mit Warteschlange. Sufra-Restaurant für Mezze-Platten.

Totes Meer & Aqaba

Totes-Meer-Schwimmen (eigentlich Schweben): Salzgehalt 34 %, fast zehnmal so viel wie das Mittelmeer. Schlammpackungen mit mineralreicher Erde. Aqaba-Tauchen am Korallenriff (Panzerwrack, Wrack der Cedar Pride), Wassertemperatur ganzjährig 21–28 °C. Ma'in Hot Springs als Thermalbecken in einer Wüsten-Schlucht.

Heritage

Welterbe im Überblick

Jordanien zählt 8 UNESCO-Welterbestätten; Petra ist die bekannteste, daneben das Wüstenschloss Qusair Amra, Um er-Rasas-Mosaike, Wadi Rum, As-Salt, die antike Stadt Umm el-Jimal (seit 2024), die Taufstätte Jesu am Jordan und das Meeresschutzgebiet von Aqaba (seit 2026). Gut kombinieren lassen sich Petra, Wadi Rum und Jerash.

Petra

UNESCO-Welterbe seit 1985

Die Rosa Stadt, Nabatäer-Hauptstadt mit Fassaden in roten Felsen gemeißelt. Al-Khazneh (Schatzhaus), Theater, Kloster (Monastery, 800 Stufen!). Mindestens 2 Tage einplanen. Petra by Night (So–Do) bei Kerzenschein stimmungsvoll.

Wadi Rum

UNESCO-Welterbe seit 2011

Mond-Landschaft aus rotem Sand und Felsen, in der Lawrence of Arabia und The Martian gedreht wurden. Beduinen-Camps für Übernachtung unter Sternen, Jeep- oder Kamel-Touren. Sonnenuntergang am Nabatäer-Brunnen ist Pflicht.

Qusair Amra

UNESCO-Welterbe seit 1985

Wüstenschloss aus dem 8. Jahrhundert mit den ältesten figürlichen Fresken der islamischen Welt: Akrobaten, Bademädchen, Tierkreis. Umayyaden-Kunst in Reinkultur. 1h von Amman, auf der Wüstenstraße nach Azraq.

Jordaniens Architektur reicht von Nabatäer-Felsen-Fassaden (Petra) über römische Säulen (Jerash) und byzantinische Mosaike (Madaba) bis zu Umayyaden-Wüstenschlössern und osmanischen Karawansereien. Amman selbst ist aus hellem Kalkstein gebaut; das Baurecht schreibt helle Steinfassaden vor. Beduinen-Zelte aus Ziegenhaar (bayt al-shaar) in der Wüste.

Geheimtipp: Shobak am Königsweg, eine halbe Stunde nördlich von Petra: Balduin I. ließ die Kreuzfahrerburg Montréal 1115 bauen, Saladin nahm sie im Mai 1189 nach fast zwei Jahren Belagerung. Ein Geheimgang mit 375 Stufen führt durch den Berg hinab zu einer Quelle.

Sprache & Kultur

Etikette: Do’s und Don’ts

Jordanische Etikette ist warm und gastfreundlich. Beduinen-Tradition prägt: dreimal Tee anbieten, Gast ist König. Islamische Werte prägen ebenso: Bescheidenheit, Respekt für Älteste. Über Politik (Israel, Westbank, Syrien) und Religion zurückhaltend sprechen.

Das kommt gut an

  • Mit der rechten Hand essen und übergeben. Wenn aus einer gemeinsamen Schüssel (Mansaf), kleine Bällchen formen.
  • Bei Beduinen-Camps Gastfreundschaft annehmen: Tee, Kaffee, Datteln. Mehrere Tassen üblich. Schuhe vor Zelt ausziehen.
  • Konservativ kleiden, Schultern und Knie bedeckt, besonders an heiligen Stätten. Frauen brauchen kein Kopftuch außer in Moscheen.
  • Petra-Pass bedeutet einen langen Tag: 6 Uhr früh ab Hotel, lange Wanderung zu Monastery (800 Stufen!), spät zurück. Wanderschuhe Pflicht.

Das lieber nicht

  • Fotos von Frauen oder Sicherheitsanlagen ohne Erlaubnis. Beduinen-Frauen fotografieren ist sehr unerwünscht.
  • Linke Hand zum Essen oder Übergeben. Sie gilt als unrein. Bei Mansaf nur rechte Hand zum Bällchen-Formen.
  • Politik (Israel, Palästina) ungefragt diskutieren; Jordanien hat 2 Millionen palästinensische Flüchtlinge, sehr sensibel.
  • Zärtlichkeiten zeigen: Küsse und Umarmungen in der Öffentlichkeit sind unangemessen. Diskret bleiben.
Praktisches

Gut zu wissen

Praxis-Kompaktinfo für die ersten Tage in Jordanien.

Visum

Jordan Pass · 70–80 JOD inkl. Visum und Petra

Der Jordan Pass (70-80 JOD) enthält Visum + Eintritt zu Petra und 40 anderen Stätten, günstiger als Einzelkauf. Online vor der Reise kaufen; die Visumgebühr entfällt nur bei mindestens zwei vollen Nächten im Land. Sonst Visa on Arrival für 40 JOD. Pass 6 Monate gültig.

Geld

Dinar · 1 JOD ≈ 1,30 €, auf dem Land bar

Sehr starker Dinar: 1 JOD ≈ 1,30 EUR (Stand 2026). USD und EUR werden in größeren Hotels akzeptiert. Kreditkarten in Hotels und Touristen-Restaurants, ländlich nur Bargeld. Geldautomaten (Arab Bank, Capital Bank) überall in Städten.

Gesundheit

Gesundheit · in Petra viel Wasser, Sonnenschutz

Jordanien hat eines der besten Gesundheitssysteme im Nahen Osten. Standardimpfungen aktuell halten. Empfohlen: Hepatitis A/B. Leitungswasser in Amman trinkbar, anderswo Vorsicht. Petra-Wanderungen: viel Wasser, Sonnenschutz. Krankenhäuser in Amman exzellent (King Hussein Medical Center, Specialty Hospital), Ziel für Medizin-Tourismus aus Golfstaaten.

SIM & Internet

SIM & Internet · Zain-SIM ab 6 € am Flughafen

Zain, Orange und Umniah sind die Anbieter; Zain Touristen-SIM ab 5 JOD (~6 €) für 8 GB / 14 Tage. Erhältlich am Flughafen Queen Alia oder in Amman-Shops (Pass nötig). 4G in Amman, Petra, Wadi Rum, Aqaba flächendeckend. Beduinen-Camps in Wadi Rum haben eigene WiFi-Setups. eSIM via Airalo funktioniert gut. Jordan Pass enthält oft Touristen-eSIM in der „Wanderer“-Variante.

Sicherheit

Sicherheit · Amt rät ab, Grenzen meiden

Das Auswärtige Amt rät (Stand 28.10.2026) von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab und von Reisen in das Grenzgebiet zu Syrien, den Nordosten und das Grenzgebiet zum Irak dringend ab: Die Lage in der Region ist äußerst volatil, seit Juli 2026 gab es militärische Schläge auch in Jordanien, am 23.10.2026 einen Anschlag auf eine Trauerfeier in einer Kirche im Gouvernement Karak. Gegen Reisende gab es in den vergangenen Jahren keine Anschläge, die Kriminalität ist niedrig; Taschendiebstahl und Belästigungen kommen vor allem am Toten Meer und im Wadi Mujib vor. Überlandfahrten nicht bei Dunkelheit, Demonstrationen meiden. Naturgefahren: Sommer-Hitze in Petra und Wadi Rum (Juli und August in Petra im Mittel um 30 °C, im tiefer gelegenen Wadi Rum heißer, an Hitzetagen über 40 °C; Wanderungen nur morgens 6–10 Uhr), Sturzfluten in Wadi-Tälern nach Regen.

Notruf

Polizei911
Krankenwagen911
Touristen-Polizei+962 6 5301030
Petra-Notfall+962 3 2156044

King Hussein Medical Center und Specialty Hospital in Amman sind die besten Adressen, mit internationalen Standards. Bei kritischen Fällen in Petra: Helikopter-Evakuierung nach Amman organisiert.

Transport · vor Ort

  • JETT-BusJETT ist die zuverlässige Bus-Linie mit modernen Reisebussen zwischen Amman, Petra (Wadi Musa), Aqaba. Amman→Petra 3:30h, 10 JOD. Buchung vorab online empfehlenswert.
  • Taxi · UberGelbe Taxis in Amman per Taxameter. Uber und Careem-Apps funktionieren. Außerhalb Ammans Festpreis vorher vereinbaren. Am Flughafen die offiziellen Taxis am Schalter nehmen.
  • MietwagenBeste Variante für Königsweg-Tour (Madaba → Kerak → Petra → Wadi Rum → Aqaba). Hauptstraßen exzellent, GPS funktioniert. Internationaler Führerschein empfohlen.
  • Privatauto + FahrerFür 3+ Personen: ca. 100-150 USD pro Tag inkl. Fahrer. Über Hotels oder ATG-Travel. Bequem, gibt Beduinen-Geschichten dazu.

Alle Angaben (insbesondere Visa, Preise, Gesundheits- und Sicherheitshinweise) ohne Gewähr, sie können sich kurzfristig ändern. Verbindlich: Auswärtiges Amt und offizielle Stellen. Stand der Inhalte: Juli 2026.

FAQ

Häufige Fragen zu Jordanien

Wann ist die beste Reisezeit für Jordanien?

März bis Mai und Oktober bis November. Jordanien hat mediterranes Klima im Norden, Wüste im Osten und Süden, Hochland entlang des Jordan-Grabens.

Brauche ich ein Visum für Jordanien?

Jordan Pass · 70–80 JOD inkl. Visum und Petra. Der Jordan Pass (70-80 JOD) enthält Visum + Eintritt zu Petra und 40 anderen Stätten, günstiger als Einzelkauf. Online vor der Reise kaufen; die Visumgebühr entfällt nur bei mindestens zwei vollen Nächten im Land. Sonst Visa on Arrival für 40 JOD. Pass 6 Monate gültig.

Wie bezahle ich in Jordanien?

Sehr starker Dinar: 1 JOD ≈ 1,30 EUR (Stand 2026). USD und EUR werden in größeren Hotels akzeptiert. Kreditkarten in Hotels und Touristen-Restaurants, ländlich nur Bargeld. Geldautomaten (Arab Bank, Capital Bank) überall in Städten.

Wie sicher ist eine Reise durch Jordanien?

Das Auswärtige Amt rät (Stand 28.10.2026) von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab und von Reisen in das Grenzgebiet zu Syrien, den Nordosten und das Grenzgebiet zum Irak dringend ab: Die Lage in der Region ist äußerst volatil, seit Juli 2026 gab es militärische Schläge auch in Jordanien, am 23.10.2026 einen Anschlag auf eine Trauerfeier in einer Kirche im Gouvernement Karak. Gegen Reisende gab es in den vergangenen Jahren keine Anschläge, die Kriminalität ist niedrig; Taschendiebstahl und Belästigungen kommen vor allem am Toten Meer und im Wadi Mujib vor. Überlandfahrten nicht bei Dunkelheit, Demonstrationen meiden. Naturgefahren: Sommer-Hitze in Petra und Wadi Rum (Juli und August in Petra im Mittel um 30 °C, im tiefer gelegenen Wadi Rum heißer, an Hitzetagen über 40 °C; Wanderungen nur morgens 6–10 Uhr), Sturzfluten in Wadi-Tälern nach Regen.

Eignet sich Jordanien für Reisen mit Kindern?

Mit Vorbereitung. Gastfreundlich, die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts vorher prüfen; Petra & Wüste sind beeindruckend, aber kräftezehrend.

Was kostet eine Reise durch Jordanien pro Tag?

Sparsam: ~45-60 € pro Person und Tag (Einfache Hotels, lokales Essen, Sammeltaxis; Petra-Ticket bleibt der große Posten) · Mittelklasse: ~80-130 € pro Person und Tag (Gutes Hotel, Mietwagen, Beduinencamp im Wadi Rum und Restaurants) · Komfort: ab ~180 € pro Person und Tag (Luxus-Camps, Totes-Meer-Resorts, Privatfahrer und geführte Touren). Richtwerte für Unterkunft, Essen und Vor-Ort-Transport, ohne internationale Flüge.

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