01
Mount Bromo
Ein rauchender Kegel im Sandmeer
Kurz vor Sonnenaufgang stehst du am Kraterrand über der Tengger-Caldera und siehst drei Vulkane aus einer grauen Aschenebene ragen, während aus dem Bromo Rauch zieht. Über das Sandmeer geht es im Jeep, die letzten Meter zum Kraterrand über eine Treppe. Die Tengger, Hindus auf muslimischem Java, werfen einmal im Jahr Opfergaben in den Schlund.
Stopp Mount Bromo · Beste Zeit: Mai–Sep
02
Borobudur
Der größte buddhistische Tempel der Welt
Borobudur ist kein Gebäude, sondern ein begehbares Mandala: Über neun Terrassen läufst du an mehr als 2.600 Reliefplatten entlang nach oben, bis auf der obersten Ebene 72 Buddhas in steinernen Glockenstupas sitzen. Gebaut im 9. Jahrhundert, jahrhundertelang unter Vulkanasche verschwunden und seit 1991 UNESCO-Welterbe.
Stopp Yogyakarta · Anfahrt ~1 h · Beste Zeit: Mai–Sep
03
Prambanan
Hinduistische Türme, spitz wie Speere
Rund 40 Kilometer von Borobudur entfernt steht Javas hinduistische Antwort aus derselben Zeit: Der Shiva-Tempel von Prambanan ragt 47 Meter auf, ringsum drängen sich hunderte kleinere Schreine. In den Galerien erzählen Reliefs das Ramayana. Im Sommer wird es nebenan als Ballett vor der beleuchteten Tempelkulisse aufgeführt.
Stopp Yogyakarta · Anfahrt ~30 min · Beste Zeit: Mai–Sep
04
Kawah Ijen
Blaue Flammen und ein türkisfarbener Säuresee
Im Krater des Ijen brennt austretendes Schwefelgas nachts in kräftigem Blau. Das Schauspiel siehst du nur vor der Dämmerung. Bei Tageslicht liegt darunter der größte Säuresee der Erde, türkis und lebensfeindlich. Zwischen beidem tragen Bergleute Körbe mit 70 Kilo Schwefel den Kraterrand hinauf.
Stopp Ijen · Beste Zeit: Mai–Sep
05
Ubuds Reisterrassen
Grüne Stufen, seit 1.000 Jahren bewässert
Rund um Ubud staffeln sich Reisfelder in schmalen Terrassen die Hänge hinunter, in Tegallalang bis dicht an die Straße. Bewässert werden sie über Subak, ein genossenschaftliches System aus Kanälen und Wassertempeln, das seit dem 9. Jahrhundert regelt, wer wann wie viel Wasser bekommt. Dazwischen liegen Kunstateliers, Tempel und Yogaschulen.
Stopp Ubud · Beste Zeit: Mai–Sep
06
Uluwatu
Ein Tempel auf der Klippe, 70 Meter über der Brandung
Der Pura Luhur Uluwatu klebt an einer Steilküste im Süden Balis, unter dir bricht sich die Dünung, der diese Ecke zum Surfrevier gemacht hat. Zum Sonnenuntergang wird auf der Klippe der Kecak getanzt: kein Orchester, nur ein Männerchor, der im Takt „cak“ ruft, während die Ramayana-Szenen ins Feuer laufen.
Stopp Uluwatu · Beste Zeit: Mai–Sep
07
Nusa Penida
Die Klippe, die aussieht wie ein T-Rex
Vor Balis Südostküste liegt Nusa Penida mit einer Steilküste, die schroffer ist als alles auf der Hauptinsel: Am Kelingking Beach schiebt sich ein grün bewachsener Felsrücken wie ein Dinosaurierkopf ins türkise Wasser. Weiter südlich schwimmen bei Manta Point ganzjährig Mantarochen.
Stopp Nusa Penida · Tagesausflug ab Bali (~45 min Schnellboot) · Beste Zeit: Mai–Sep
08
Komodo-Nationalpark
Drei Meter Echse, drei Buchten, ein Grat
Auf Komodo und Rinca leben rund 3.000 Komodo-Warane, die größten Echsen der Erde: bis zu drei Meter lang, mit einem Biss, der über Gift und Bakterien wirkt. Zur selben Bootstour gehört Padar, wo nach einem halbstündigen Aufstieg drei halbmondförmige Buchten unter dir liegen: eine mit weißem, eine mit grauem, eine mit rosafarbenem Sand.
Stopp Komodo-Insel · Bootstour ab Labuan Bajo · Beste Zeit: Apr–Okt
09
Raja Ampat
Das artenreichste Riff der Erde
Vor Westpapua liegen hunderte Kalksteininseln in flachem Wasser, und darunter das vielfältigste Korallenriff, das je vermessen wurde: rund drei Viertel aller bekannten Korallenarten und über 1.500 Fischarten. Vom Aussichtspunkt Piaynemo siehst du das Labyrinth von oben, im Wasser ziehen Mantas und Riffhaie vorbei.
Stopp Raja Ampat · Beste Zeit: Okt–Feb
10
Tana Toraja
Häuser wie Schiffe, Gräber im Fels
Im Hochland von Sulawesi stehen die Tongkonan: Holzhäuser mit weit aufgebogenen Dächern, die aussehen wie gekenterte Boote, an den Giebeln gestapelte Büffelhörner. Die Toraja begraben ihre Toten in ausgehauenen Felskammern und stellen hölzerne Abbilder, Tau-Tau, in die Nischen davor. Eine Beerdigung dauert hier Tage.
Stopp Tana Toraja · Beste Zeit: Apr–Okt
11
Orang-Utans in Bukit Lawang
Menschenaffen im letzten Regenwald Sumatras
Am Rand des Gunung-Leuser-Nationalparks lebt eine Gruppe halbwilder Sumatra-Orang-Utans, Nachfahren ausgewilderter Tiere aus der alten Rehabilitationsstation. Auf einer Dschungelwanderung von Bukit Lawang aus stehst du ihnen im Wald gegenüber; zurück ins Dorf geht es auf zusammengebundenen Reifen den Bohorok-Fluss hinunter.
Stopp Bukit Lawang · Beste Zeit: Mai–Sep
12
Toba-See
Ein Kratersee, doppelt so groß wie der Bodensee
Der Toba-See füllt die Caldera eines Ausbruchs, der vor rund 74.000 Jahren das Weltklima kippte. Mit über 1.100 Quadratkilometern ist er der größte Vulkansee der Erde. Mitten darin liegt Samosir, eine Insel von der Größe Singapurs, auf der die Batak leben: eigene Sprache, eigene Schrift, Häuser mit geschwungenen Giebeln.
Stopp Toba-See · Beste Zeit: Mai–Sep
13
Gili-Inseln
Drei Inseln ohne ein einziges Auto
Vor Lomboks Nordwestküste liegen drei flache Inseln, auf denen es keine Motorräder und keine Autos gibt: Man geht, radelt oder fährt Pferdekutsche. Im flachen Wasser vor Gili Meno weiden grüne Meeresschildkröten im Seegras, daneben steht ein Kreis menschlicher Figuren aus Beton auf dem Grund, an dem inzwischen Korallen wachsen.
Stopp Gili-Inseln · Beste Zeit: Apr–Okt
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Kelimutu
Drei Kraterseen, die die Farbe wechseln
Auf dem Kelimutu im Herzen von Flores liegen drei Kraterseen nebeneinander, die unabhängig voneinander die Farbe wechseln: von Türkis über Grün bis Schwarzrot, je nachdem, welche Mineralien gerade aus dem Untergrund aufsteigen. Für die Lio gehen die Seelen der Verstorbenen hierher, jede Altersgruppe in einen anderen See.
Stopp Flores · Beste Zeit: Apr–Okt