01
Der Taj Mahal
Ein Grab, zweiundzwanzig Jahre lang gebaut
Shah Jahan ließ das Mausoleum ab 1632 für seine Frau Mumtaz Mahal errichten: weißer Marmor aus Rajasthan, eingelegt mit Halbedelsteinen, in einer Anlage, die auf beiden Achsen exakt spiegelt. Der Marmor wechselt die Farbe mit dem Licht, von rosa im Morgengrauen bis kalkweiß am Mittag. Welterbe seit 1983.
Stopp Agra · Beste Zeit: Okt–Mär
02
Die Ghats von Varanasi
Die Stadt, in der Hindus sterben wollen
Auf sieben Kilometern fallen in Varanasi über achtzig Ghats zum Ganges ab: Treppen, auf denen gewaschen, gebetet, rasiert und verbrannt wird. Am Manikarnika brennen die Scheiterhaufen ohne Unterbrechung, am Dashashwamedh findet abends die Ganga Aarti mit Feuerschalen statt. Wer hier stirbt, entkommt nach hinduistischer Vorstellung dem Kreislauf der Wiedergeburt.
Stopp Varanasi · Beste Zeit: Okt–Mär
03
Der Goldene Tempel
Hunderttausend Essen am Tag, für alle
Der Harmandir Sahib in Amritsar steht auf einer Insel im Nektarteich, vier Türen nach allen Himmelsrichtungen offen, das Obergeschoss mit siebenhundert Kilogramm Blattgold belegt. In der Gemeinschaftsküche kochen Freiwillige täglich für bis zu hunderttausend Menschen, unabhängig von Religion, Herkunft und Kaste, kostenlos.
Stopp Amritsar · Beste Zeit: Okt–Mär
04
Jaisalmer
Eine Festung aus Sandstein, in der gewohnt wird
Jaisalmer liegt am Rand der Thar-Wüste, und sein Fort von 1156 ist eine der wenigen Festungen weltweit, in denen noch Menschen leben: Häuser, Läden und Tempel innerhalb der Mauern, alles aus gelbem Sandstein, der bei Sonnenuntergang glüht. Von hier fahren Kamelsafaris zu den Dünen von Sam.
Stopp Jaisalmer · Beste Zeit: Okt–Mär
05
Jodhpur
Eine blaue Stadt unter einer Felsfestung
Vom Mehrangarh, das 120 Meter über der Altstadt auf einem Felsen sitzt, schaut man auf ein Meer blau gestrichener Häuser. Die Farbe hielt ursprünglich Insekten fern und kühlte, heute ist sie das Erkennungszeichen der Stadt. In den Toren stecken noch die Einschläge von Kanonenkugeln, abgefeuert von Belagerern aus Jaipur.
Stopp Jodhpur · Beste Zeit: Okt–Mär
06
Udaipur
Paläste, die auf dem Wasser zu schwimmen scheinen
Udaipur ist um künstliche Seen herum gebaut, die ab dem 14. Jahrhundert angelegt wurden. Auf dem Pichola-See liegen zwei Inselpaläste, deren weißer Marmor bis an die Wasserlinie reicht; am Ufer zieht sich der City Palace über 240 Meter. Abends steigen von den Dachterrassen die Klänge der Sitar auf.
Stopp Udaipur · Beste Zeit: Okt–Mär
07
Jaipur
Neunhundertdreiundfünfzig Fenster für die Frauen des Hofs
Der Hawa Mahal ist genau genommen nur eine Fassade: fünf Stockwerke aus rotem Sandstein mit 953 vergitterten Fenstern, hinter denen die Frauen des Hofs das Straßenleben beobachten konnten, ohne gesehen zu werden. Der Wind durch die Gitter kühlte die Gänge. Oberhalb der Stadt liegt das Amber Fort, seit 2013 Welterbe.
Stopp Jaipur · Beste Zeit: Okt–Mär
08
Hampi
Eine Halbmillionenstadt, 1565 zerschlagen
Hampi war die Hauptstadt von Vijayanagara und im 16. Jahrhundert eine der größten Städte der Welt. Nach der Niederlage von 1565 wurde sie monatelang geplündert und nie wieder besiedelt. Übrig sind Tempel, Basare und ein Steinwagen zwischen Granitblöcken, die aussehen, als hätte sie jemand hingeschüttet. Welterbe seit 1986.
Stopp Hampi · Beste Zeit: Nov–Mär
09
Die Backwaters von Kerala
Neunhundert Kilometer Kanäle hinter der Küste
Hinter der Küste Keralas liegt ein Netz aus Seen, Flüssen und Kanälen, in dem Dörfer auf schmalen Landzungen zwischen den Wasserflächen sitzen. Die Kettuvallam, früher Reisfrachter aus Holz und Kokosfaser, fahren heute als Hausboote hindurch, an Fischernetzen und Reisfeldern vorbei, die unter dem Wasserspiegel liegen.
Stopp Kochi · Beste Zeit: Nov–Mär
10
Munnar
Teehänge auf sechzehnhundert Metern
In den Westghats liegt Munnar auf 1.600 Metern, und die Hänge sind bis zum Kamm mit Tee bepflanzt, den die Briten ab den 1880ern anlegten. Zwischen den Feldern stehen einzelne Silbereichen als Schattenbäume. Im Eravikulam-Nationalpark oberhalb lebt der Nilgiri-Tahr, eine Wildziege, die es nur in den südlichen Westghats gibt.
Stopp Munnar · Beste Zeit: Nov–Mär
11
Ladakh
Hochwüste auf dreieinhalbtausend Metern
Ladakh liegt im Regenschatten des Himalaya: kahle Berge in Ocker und Violett, dazwischen grüne Oasen entlang des Indus und Klöster, die auf Felsnadeln kleben. Von Leh führen Straßen über Pässe jenseits der 5.000 Meter ins Nubra-Tal und an den Pangong Tso, dessen Wasser je nach Licht von Türkis nach Tiefblau kippt.
Stopp Leh · Ladakh · Beste Zeit: Mai–Sep
12
Der Toy Train von Darjeeling
Schmalspur von 1881, immer noch mit Dampf
Die Darjeeling Himalayan Railway klettert auf einer Spurweite von 61 Zentimetern von der Ebene auf über 2.200 Meter, mit Kehrschleifen und Spitzkehren; eröffnet wurde sie 1881, die Batasia-Schleife kam 1919 dazu. Seit 1999 ist sie Welterbe, als zweite Bergbahn nach der Semmeringbahn. Oben liegt der Teegürtel, dahinter der Kangchendzönga.
Stopp Darjeeling · Beste Zeit: Okt–Nov · Mär–Mai
13
Der Rann of Kutch
Salz bis zum Horizont, nur im Winter begehbar
Der Große Rann ist eine Salzpfanne von der Größe Hessens, die im Monsun unter Meerwasser steht und danach zu einer weißen Kruste austrocknet. Von November bis Februar fährt man auf einem Damm hinaus und steht auf einer Fläche ohne Horizontlinie. Bei Vollmond wird es hell genug, um Schatten zu werfen.
Stopp Rann of Kutch · Beste Zeit: Nov–Feb
14
Khajuraho
Tempel, die den Körper nicht auslassen
Zwischen 950 und 1050 entstanden in Khajuraho rund achtzig Tempel, von denen zwanzig erhalten sind. Ihre Außenwände sind in Bändern mit tausenden Figuren besetzt: Götter, Musikerinnen, Krieger und ein kleiner Teil erotische Darstellungen, die den Ort berühmt gemacht haben. Welterbe seit 1986.
Stopp Khajuraho · Beste Zeit: Okt–Mär