01
Golden Circle
Parlament, Geysir und Wasserfall an einem Tag
In Þingvellir trafen sich ab dem Jahr 930 die freien Bauern zum Althing, einem der ältesten Parlamente der Welt. Und genau dort driften die nordamerikanische und die eurasische Platte auseinander, sichtbar als Felsspalte, durch die du gehst. Eine Stunde weiter schießt der Strokkur alle paar Minuten seine Fontäne hoch, und der Gullfoss stürzt in zwei Stufen in eine Schlucht. Þingvellir ist seit 2004 UNESCO-Welterbe.
Stopp Golden Circle · Beste Zeit: Jun–Aug
02
Jökulsárlón
Eisberge, die aufs Meer hinaustreiben
Am Fuß des Vatnajökull bricht der Gletscher in eine Lagune ab, in der die Eisberge treiben, bis sie klein genug sind, um durch den kurzen Kanal ins Meer zu gelangen. Die Brandung spült sie wieder an Land. Auf dem schwarzen Sand des Diamond Beach gegenüber liegen sie dann wie geschliffene Blöcke im Licht. Die Lagune gibt es erst seit den 1930ern; sie wächst mit jedem Jahr, in dem der Gletscher schrumpft.
Stopp Jökulsárlón · Beste Zeit: Jun–Aug
03
Reynisfjara
Schwarzer Sand unter Basaltorgeln
Bei Vík liegt ein Strand aus schwarzem Lavasand, hinter dem sich sechseckige Basaltsäulen wie Orgelpfeifen auftürmen. Man kann sie hinaufklettern wie eine Treppe. Vor der Küste ragen die Felsnadeln Reynisdrangar aus dem Wasser; der Sage nach sind es Trolle, die der Sonnenaufgang erwischt hat.
Stopp Vík í Mýrdal · Beste Zeit: Jun–Aug
04
Vatnajökull & die Eishöhlen
In Europas größten Gletscher außerhalb der Arktis hineingehen
Der Vatnajökull bedeckt rund acht Prozent Islands und ist außerhalb der Arktis die größte Eiskappe Europas. Im Sommer fressen Schmelzwasserflüsse Hohlräume ins Eis, die im Winter, von November bis März, begehbar sind: Kammern in einem Blau, das es sonst nirgends gibt, weil das Eis alles andere Licht schluckt. Der Nationalpark ist seit 2019 UNESCO-Welterbe.
Stopp Skaftafell / Vatnajökull · Beste Zeit: Nov–Mär (Eishöhlen)
05
Blue Lagoon
Milchigblau baden im Lavafeld
Mitten in einem schwarzen Lavafeld liegt ein türkis leuchtendes Becken mit 38 Grad warmem Wasser, in dem gelöste Kieselerde für die milchige Farbe sorgt. Man streicht sich weiße Silica-Maske ins Gesicht, holt sich ein Getränk an der Bar im Wasser und schaut in den Dampf. Das Becken liegt zwanzig Autominuten vom Flughafen entfernt und ist der klassische erste oder letzte Programmpunkt einer Islandreise.
Stopp Blue Lagoon · Beste Zeit: ganzjährig
06
Kirkjufell
Der Berg mit der Pfeilspitzen-Form
Auf der Halbinsel Snæfellsnes steht ein 463 Meter hoher Einzelberg so für sich in der Landschaft, dass er von jeder Seite anders aussieht: von Osten wie eine Pfeilspitze, mit dem kleinen Wasserfall Kirkjufellsfoss davor. Die Halbinsel dahinter fasst Island im Kleinen zusammen: Gletschervulkan, Lavafelder, Klippen und schwarze Buchten auf hundert Kilometern.
Stopp Snæfellsnes · Beste Zeit: Jun–Aug
07
Mývatn
Schwefelfelder, Pseudokrater, warmes Wasser
Rund um den flachen See liegt Islands konzentriertestes Vulkangebiet: Am Hverir blubbern ockerfarbene Schlammtöpfe und Dampfsäulen zischen aus dem Boden, in Dimmuborgir stehen Lavatürme wie eine zerfallene Burg, und am Ufer haben Dampfexplosionen ganze Felder von Pseudokratern hinterlassen. Zum Aufwärmen gibt es die Earth Lagoon Mývatn, früher Mývatn Nature Baths, mit Blick über all das.
Stopp Mývatn · Beste Zeit: Jun–Aug
08
Dettifoss
Der wuchtigste Wasserfall Europas
Im Norden schiebt der Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum seine graubraune Wassermasse über eine 44 Meter hohe und 100 Meter breite Kante: kein besonders hoher Wasserfall, aber der mit der größten Wucht in Europa. Die Gischt steht als Wolke über der Schlucht, und du spürst den Boden vibrieren, bevor du ihn siehst.
Stopp Dettifoss · Beste Zeit: Jun–Aug
09
Landmannalaugar
Berge in Ocker, Rost und Grün
Im Hochland liegen Rhyolithberge, die je nach Mineral und Licht ocker, rostrot, grün oder fast violett leuchten, dazwischen schwarze Obsidianfelder und dampfende Bäche. Aus einem davon speist sich ein natürliches Warmwasserbecken direkt neben der Hütte. Von hier startet der Laugavegur, Islands berühmtester Fernwanderweg, 55 Kilometer bis Þórsmörk.
Stopp Landmannalaugar · Beste Zeit: Jul–Aug
10
Wale vor Húsavík
Buckelwale in der Skjálfandi-Bucht
Húsavík im Norden gilt als Walhauptstadt Europas: In der Skjálfandi-Bucht sammeln sich im Sommer Buckelwale, Zwergwale und Delfine im nährstoffreichen Wasser, mit etwas Glück zieht ein Blauwal durch. Hinausgefahren wird auf alten Eichenholz-Schonern, und wer zurückkommt, wärmt sich im GeoSea-Bad über der Klippe auf.
Stopp Húsavík · Beste Zeit: Jun–Aug
11
Nordlichter
Grüne Bänder über dem Winterhimmel
Wenn geladene Teilchen der Sonne auf die Atmosphäre treffen, leuchtet der Himmel in Grün, manchmal in Violett und Rot. Zu sehen ist das zwischen September und März, wenn die Nächte lang und dunkel genug sind. Je weiter weg von Ortslicht, desto besser. Der Norden um Akureyri und Mývatn liegt dafür günstig und hat statistisch mehr klare Nächte als der Süden.
Stopp Akureyri · Beste Zeit: Sep–Mär
12
Seyðisfjörður
Eine Regenbogenstraße zur blauen Kirche
Am Ende eines langen Ostfjords liegt ein Ort aus bunten Holzhäusern, die norwegische Kaufleute im 19. Jahrhundert als Bausätze herschickten. Vom Hafen führt eine in Regenbogenfarben gestrichene Straße direkt auf die hellblaue Kirche zu. Seyðisfjörður hat eine erstaunlich lebendige Kunstszene, und die Fähre aus Dänemark macht hier fest.
Stopp Seyðisfjörður · Beste Zeit: Jun–Aug
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Westfjorde
Der Wasserfall-Fächer und Europas Vogelfelsen
Im Nordwesten hängt der Dynjandi wie ein hundert Meter hoher Fächer über der Felswand, darunter stufen sich sechs kleinere Fälle ab. Weiter südlich fällt Látrabjarg vierzehn Kilometer lang und bis zu 440 Meter tief ins Meer, Europas größte Vogelklippe, auf der Papageitaucher so nah an der Kante sitzen, dass man sich hinlegen muss, um nicht zu stören.
Stopp Westfjorde · Beste Zeit: Jun–Aug