01
Tikal
Tempelspitzen über dem Blätterdach
Tikal war zur Klassik eine Maya-Metropole mit vielleicht sechzigtausend Einwohnern, dann verschluckte sie der Regenwald für tausend Jahre. Heute stehen die Pyramiden wieder frei um die Gran Plaza, und vom Tempel IV schaut man über ein Blätterdach, aus dem nur noch andere Tempelspitzen ragen. Welterbe seit 1979.
Stopp Tikal · Beste Zeit: Dez–Mär
02
Der Lago de Atitlán
Drei Vulkane um einen Kratersee
Der Atitlán füllt einen Einbruchskrater, dreihundert Meter tief, und an seinem Südufer stehen drei Vulkane in einer Reihe. Rundherum liegen ein Dutzend Maya-Dörfer, in denen drei verschiedene Maya-Sprachen gesprochen werden, jedes mit eigener Tracht und eigenem Charakter, verbunden nur durch die Lanchas, die über den See tuckern.
Stopp Lago de Atitlán · Basis Panajachel · Beste Zeit: Nov–Mär
03
Antigua
Barockruinen unter drei Vulkanen
Antigua war über zweihundert Jahre lang die Hauptstadt Zentralamerikas, bis ein Erdbeben 1773 die Verwaltung vertrieb. Was blieb, ist ein Raster aus Kopfsteinpflasterstraßen mit pastellfarbenen Fassaden und den Ruinen von Klöstern, die nie wieder aufgebaut wurden. Über allem steht der Vulkan Agua. Welterbe seit 1979.
Stopp Antigua Guatemala · Beste Zeit: Nov–Mär
04
Acatenango und Fuego
Ein Nachbarvulkan, der die ganze Nacht ausbricht
Der Aufstieg auf den Acatenango geht in fünf bis sechs Stunden von 2.400 auf knapp 4.000 Meter. Oben schlägt man das Lager auf und schaut auf den Fuego gegenüber, der alle paar Minuten Asche und glühendes Gestein auswirft. Nachts sieht man die Lava rot über den Hang laufen.
Stopp Acatenango · Beste Zeit: Nov–Mär
05
Semuc Champey
Türkisbecken auf einer natürlichen Brücke
Der Río Cahabón verschwindet bei Semuc Champey unter einer dreihundert Meter langen Kalksteinbrücke. Obendrauf liegt eine Kette türkiser Becken, gespeist nur von Quellwasser, in denen man baden kann, während unter den Füßen der eigentliche Fluss tost. Vom Aussichtspunkt El Mirador sieht man die ganze Treppe.
Stopp Semuc Champey · Beste Zeit: Nov–Mär
06
Chichicastenango
Der größte Markt Mittelamerikas, zweimal die Woche
Donnerstags und sonntags füllt sich Chichicastenango mit Ständen bis in die Seitengassen: Textilien, Masken, Gemüse, Hühner. Auf den Stufen der Kirche Santo Tomás schwenken K’iche’-Priester Weihrauchbecher und beten in einer Mischung aus Maya-Ritus und Katholizismus, die hier seit fünfhundert Jahren nebeneinander besteht.
Stopp Chichicastenango · Beste Zeit: Nov–Mär
07
Flores
Eine Inselstadt im Petén-Itzá-See
Flores liegt auf einer Insel im Petén-Itzá-See, verbunden durch einen einzigen Damm, und besteht aus bunten Häusern, die sich um einen Hügel mit Kirche stapeln. Darunter liegen die Reste von Nojpetén, der letzten unabhängigen Maya-Stadt: Sie fiel 1697, mehr als 150 Jahre nach dem übrigen Guatemala.
Stopp Flores · Beste Zeit: Dez–Mär
08
Der Río Dulce
Eine Schlucht aus Dschungel bis zur Karibik
Vom Izabalsee fließt der Río Dulce in einer Schlucht mit senkrechten, bewachsenen Wänden zur Karibik. Am Ausgang wacht das Castillo de San Felipe, das die Spanier gegen Piraten bauten. Wo der Fluss ins Meer mündet, liegt Livingston, nur per Boot erreichbar und der einzige Ort im Land, in dem die Garífuna die Mehrheit stellen.
Stopp Río Dulce · Beste Zeit: Jan–Apr
09
Yaxhá
Tikals stiller Nachbar am See
Yaxhá liegt rund dreißig Kilometer südöstlich von Tikal an einer Lagune und war einst die drittgrößte Stadt der Region. Die höchste Pyramide, der Tempel 216, ist seit Februar 2025 wegen Rissen gesperrt; den Sonnenuntergang über dem See und dem Wald, in dem außer Vögeln nichts zu hören ist, siehst du von einer der anderen Pyramiden. Ausgegraben ist bislang ein Bruchteil.
Stopp Yaxhá · Beste Zeit: Dez–Mär
10
El Mirador
Die größte Pyramide der Maya, im Urwald
El Mirador ist älter als Tikal und liegt so tief im Urwald des Petén, dass man fünf Tage zu Fuß braucht, hin und zurück. Die Pyramide La Danta zählt nach Volumen zu den größten Bauwerken der Welt; von oben sieht man nur Wald bis nach Mexiko. Der größte Teil der Stadt liegt noch unter Erde und Wurzeln.
Stopp El Mirador · Beste Zeit: Dez–Mär
11
Monterrico
Schwarzer Sand und Schildkröten im Dunkeln
Monterrico liegt am Pazifik hinter einem Mangrovenkanal, und sein Strand besteht aus schwarzem Vulkansand, der mittags zu heiß zum Barfußlaufen ist. Von Juli bis Dezember legen hier Oliv-Bastardschildkröten ihre Eier ab; die Aufzuchtstation lässt die Jungtiere abends am Wasser frei.
Stopp Monterrico · Beste Zeit: Jul–Dez
12
Das Biotopo del Quetzal
Der Vogel, nach dem die Währung heißt
Der Quetzal ist Guatemalas Wappentier, seine Schwanzfedern galten den Maya als wertvoller als Gold, und die Landeswährung trägt seinen Namen. Im Nebelwaldreservat an der Straße nach Cobán führen zwei Pfade durch moosbehangene Bäume und an Wasserfällen vorbei. Hier ist die Chance am größten, ihn zu sehen.
Stopp Biotopo del Quetzal · Beste Zeit: Mär–Jun