01
Cartagena
Elf Kilometer Stadtmauer gegen die Karibik
Cartagena war der Umschlagplatz, über den das Silber Südamerikas nach Spanien ging, und wurde deshalb so befestigt wie kaum eine Stadt der Neuen Welt: elf Kilometer Mauer und das Castillo San Felipe auf dem Hügel. Innen liegen Gassen aus Häusern mit Holzbalkonen und Bougainvillea, seit 1984 Welterbe.
Stopp Cartagena · Beste Zeit: Dez–Mär
02
Das Cocora-Tal
Sechzig Meter hohe Palmen im Bergnebel
Im Cocora-Tal bei Salento stehen Quindío-Wachspalmen, die sechzig Meter erreichen und damit die höchsten Palmen der Welt sind. Und das an einem Hang auf 2.400 Metern, wo eigentlich Nebelwald wächst. Die Runde durch das Tal dauert fünf Stunden und führt durch Weiden, Wald und über Hängebrücken. Die Kaffeekulturlandschaft ringsum ist seit 2011 Welterbe.
Stopp Salento / Cocora-Tal · Beste Zeit: Dez–Feb · Jul–Aug
03
Guatapé und der Peñol
Siebenhundertvierzig Stufen in einem Felsspalt
Aus dem Stausee bei Guatapé ragt ein zweihundert Meter hoher Granitmonolith, in dessen natürlichen Spalt eine Treppe aus 740 Stufen gemauert wurde. Oben liegt eine Seenlandschaft aus hunderten Buchten und Inseln. Der Ort selbst ist mit Zócalos geschmückt: bemalten Reliefsockeln, die zeigen, was im Haus dahinter passiert.
Stopp Guatapé · Beste Zeit: Dez–Feb · Jul–Aug
04
Die Comuna 13
Rolltreppen in einem Viertel, das Krieg kannte
Die Comuna 13 in Medellín war Ende der 1990er das umkämpfteste Viertel Kolumbiens. Heute führen sechs überdachte Rolltreppen im Freien den Hang hinauf, an den Wänden erzählen Graffiti die Geschichte des Viertels, und Hip-Hop-Crews führen Besucher durch die Gassen. Dazu die Metrocable, die Seilbahn, die die Hangviertel an die Stadt anschloss.
Stopp Medellín · Beste Zeit: Dez–Feb · Jul–Aug
05
Ciudad Perdida
Tausendzweihundert Stufen zur Teyuna-Stadt
Rund 650 Jahre vor Machu Picchu legten die Tairona in der Sierra Nevada eine Stadt aus Steinterrassen an. Man erreicht sie nur zu Fuß: vier bis fünf Tage durch Dschungel, mit Flussdurchquerungen, Hängematten-Camps und am Ende 1.200 moosbewachsenen Stufen. Oben liegen Terrassen über dem Tal, auf denen bis heute Kogi-Mamos Zeremonien abhalten.
Stopp Ciudad Perdida Trek · Beste Zeit: Dez–Mär
06
Der Tayrona-Nationalpark
Wo die Sierra Nevada ins Meer fällt
Im Tayrona läuft der Regenwald bis an die Karibik, und dazwischen liegen Buchten mit Granitblöcken, in denen sich das Wasser fängt. Vom Eingang Zaino geht man zwei Stunden über Waldwege und Bohlenstege nach Cabo San Juan. Hinter der Küste steigt die Sierra Nevada auf über 5.700 Meter, der höchste Küstenberg der Erde.
Stopp Santa Marta · Tagesausflug · Beste Zeit: Dez–Mär
07
Caño Cristales
Ein Fluss, der für ein paar Monate rot wird
In der Serranía de la Macarena wächst im Flussbett eine Wasserpflanze namens Macarenia clavigera, die sich zwischen Juni und November rot färbt, wenn Wasserstand und Licht stimmen. Dann leuchtet der Fluss über Kilometer in Rot, Gelb, Grün und Blau zwischen ausgewaschenen Felskesseln.
Stopp Caño Cristales · Beste Zeit: Jun–Nov
08
Bogotá
Achtmillionenstadt auf 2.600 Metern
Bogotá liegt auf einer Hochebene, hinter der die Berge Monserrate und Guadalupe aufragen; von oben sieht man die Stadt bis zum Horizont weiterlaufen. Im Museo del Oro liegen über 30.000 präkolumbische Goldarbeiten, darunter das Floß von El Dorado, und in La Candelaria stehen Kolonialhäuser voller Wandbilder.
Stopp Bogotá · Beste Zeit: Dez–Feb · Jul–Aug
09
Die Laguna de Guatavita
Der See hinter der Legende von El Dorado
Ein fast runder, grüner See auf 3.100 Metern, 75 Kilometer nordöstlich von Bogotá. Hier fuhr der neue Herrscher der Muisca, am ganzen Körper mit Goldstaub bedeckt, auf einem Floß aus Schilf hinaus, und das Volk warf Gold und Edelsteine ins Wasser. Daraus wurde die Legende von El Dorado; Schatzsucher versuchten über Jahrhunderte, den See abzulassen.
Stopp Bogotá · Tagesausflug zur Laguna de Guatavita (~2 h) · Beste Zeit: Dez–Feb · Jul–Aug
10
Villa de Leyva
Der größte Kopfsteinplatz Südamerikas
Villa de Leyva hat seit 1572 kaum etwas geändert: weiße Häuser mit grünen Fensterläden, dazwischen die Plaza Mayor, 14.000 Quadratmeter grober Kopfstein, größer als jeder andere Kolonialplatz des Kontinents. Rundherum liegen Fossilienfunde aus der Kreidezeit und El Infiernito, eine Steinsetzung der Muisca.
Stopp Villa de Leyva · Beste Zeit: Dez–Feb · Jul–Aug
11
Barichara
Ein Dorf aus Stampflehm, seit 1705
Barichara ist aus dem gebaut, worauf es steht: ockerfarbener Stampflehm, Sandsteinplatten als Gehweg, Ziegeldächer. Vom Ortsrand führt der Camino Real, ein alter Pflasterweg der Guane, in zwei Stunden hinunter nach Guane, durch eine Trockenlandschaft mit Blick in den Chicamocha-Canyon.
Stopp Barichara · Beste Zeit: Dez–Feb · Jul–Aug
12
Die Tatacoa-Wüste
Rote Erosionsrinnen unter offenem Himmel
Die Tatacoa ist keine echte Wüste, sondern ein Trockenwald, aus dem Regen ein Labyrinth aus roten und grauen Rinnen gewaschen hat, teils mannstief. Weil es hier fast nie bewölkt ist und kaum Streulicht gibt, steht ein Observatorium mitten im Gelände; die Milchstraße ist mit bloßem Auge zu sehen.
Stopp Tatacoa-Wüste · Beste Zeit: Jun–Sep · Dez–Feb
13
Buckelwale vor Nuquí
Sie kommen von der Antarktis hierher
Zwischen Juli und Oktober ziehen Buckelwale aus der Antarktis an die kolumbianische Pazifikküste, um vor Nuquí und Bahía Solano ihre Jungen zu bekommen. Von den Booten aus sieht man Kühe mit Kälbern und die Sprünge der Bullen; der Chocó dahinter ist einer der regenreichsten Regenwälder der Erde.
Stopp Nuquí / Bahía Solano · Beste Zeit: Jul–Okt