01
Torres del Paine
Drei Granittürme über türkisem Wasser
Im südlichsten Patagonien stehen drei Granitnadeln nebeneinander, die einem ganzen Nationalpark den Namen geben. Der W-Trek verbindet auf gut 80 Kilometern die drei Täler, aber auch als Tageswanderung führt ein Weg in acht Stunden zum Mirador Base Torres, wo die Türme direkt über einem Gletschersee aufragen.
Stopp Torres del Paine · Beste Zeit: Nov–Mär
02
Rapa Nui
Neunhundert Steinfiguren, 3.500 Kilometer draußen
Die Osterinsel liegt weiter von jedem bewohnten Nachbarn entfernt als fast jeder andere Ort der Erde. Rund 900 Moai stehen oder liegen dort, gehauen aus dem Tuff des Kraters Rano Raraku, wo hunderte unfertige Figuren im Hang stecken. Die fünfzehn von Ahu Tongariki wurden nach einem Tsunami 1960 wieder aufgestellt. Welterbe seit 1995.
Stopp Osterinsel · Beste Zeit: Okt–Mär
03
Das Valle de la Luna
Salzkämme in der trockensten Wüste der Erde
Westlich von San Pedro de Atacama hat der Wind aus Salz und Ton eine Landschaft geschliffen, in der nichts wächst: Dünen, Kämme und Amphitheater aus weiß ausblühendem Salz. In der Cordillera de la Sal knackt es hörbar, wenn die Temperatur fällt. Manche Wetterstationen der Atacama haben nie Regen gemessen.
Stopp San Pedro de Atacama · Beste Zeit: Mär–Mai · Sep–Nov
04
Die Geysire von El Tatio
Achtzig Dampfsäulen auf 4.300 Metern
El Tatio ist das größte Geysirfeld der Südhalbkugel: über achtzig aktive Quellen auf 4.320 Metern Höhe. Kurz nach Sonnenaufgang, wenn es noch zehn Grad unter null hat, steigen die Dampfsäulen am höchsten und färben sich im ersten Licht. Danach fällt das Feld in sich zusammen.
Stopp San Pedro de Atacama · Tagesausflug · Beste Zeit: Mär–Mai · Sep–Nov
05
Valparaíso
Zweiundvierzig Hügel, bemalt bis unters Dach
Valparaíso klettert auf 42 Hügeln über seinem Hafen, verbunden durch offene Treppen und die Ascensores, hölzerne Standseilbahnen, von denen die erste 1883 in Betrieb ging. Die Fassaden sind aus Wellblech und in allen Farben gestrichen, dazwischen Wandbilder. Pablo Nerudas Haus La Sebastiana steht am Cerro Florida. Welterbe seit 2003.
Stopp Valparaíso · Beste Zeit: Okt–Nov · Mär–Apr
06
Chiloé
Kirchen aus Holz, Häuser auf Pfählen
Auf Chiloé stehen sechzehn Kirchen, die Jesuiten und einheimische Bootsbauer ab dem 18. Jahrhundert komplett aus Holz zimmerten: mit Schiffbautechnik, ohne Nägel, und heute in Blau, Gelb und Rot gestrichen. Seit 2000 sind sie Welterbe. In Castro stehen die Palafitos, bunte Stelzenhäuser über dem Wasser.
Stopp Chiloé · Beste Zeit: Nov–Mär
07
Die Marmorhöhlen
Sechstausend Jahre Wellenschliff im Kalk
Im Lago General Carrera, dem zweitgrößten See Südamerikas, haben Wellen über Jahrtausende Marmorhalbinseln ausgehöhlt. Die Boote fahren ab Puerto Río Tranquilo hinein: In der Catedral und der Capilla spiegelt sich das türkise Gletscherwasser an die Decke und lässt die Maserung leuchten.
Stopp Marmorhöhlen · Beste Zeit: Nov–Mär
08
Der Vulkan Villarrica
Ein Lavasee unter dem Gletscher
Über Pucón steht ein fast symmetrischer Kegel mit Schnee bis in den Sommer: der Villarrica, 2.847 Meter, einer der aktivsten Vulkane Südamerikas. Wer hinaufsteigt, geht mit Steigeisen und Pickel über den Gletscher und schaut oben in einen Krater, in dem Lava steht. Der Abstieg geht auf dem Hosenboden.
Stopp Pucón · Beste Zeit: Nov–Mär
09
Der Vulkan Osorno
Ein Kegel, der aussieht wie gezeichnet
Am Ostufer des Lago Llanquihue steht der Osorno so gleichmäßig da, dass er unecht wirkt. Unterhalb drückt sich der Río Petrohué in türkisen Kaskaden durch schwarze Lavarinnen. Rundherum haben deutsche Auswanderer ab 1852 Puerto Varas und Frutillar gebaut, mit Schindelhäusern und Kuchen in den Cafés.
Stopp Puerto Varas · Beste Zeit: Nov–Mär
10
Der Hängegletscher im Queulat
Eis, das über die Felskante hängt
Auf halber Strecke der Carretera Austral liegt der Queulat-Nationalpark, und in seinem Zentrum hängt ein Gletscher in einer Felsnische, aus der zwei Wasserfälle hundert Meter tief in eine Lagune stürzen. Vom Parkplatz führt ein Steig über eine Hängebrücke und durch Regenwald zum Mirador, gut drei Stunden hin und zurück.
Stopp Carretera Austral · Beste Zeit: Nov–Mär
11
Santiago
Sechs Millionen Menschen unter Sechstausendern
Santiago liegt in einem Becken, hinter dem die Anden auf über 6.000 Meter steigen. Vom Cerro San Cristóbal sieht man die ganze Stadt bis zur Schneelinie. Unten steht der Palacio de La Moneda, in dem 1973 der Putsch endete, und in Lastarria und Bellavista reiht sich Bar an Buchladen.
Stopp Santiago de Chile · Beste Zeit: Okt–Nov · Mär–Apr
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Humberstone
Eine Salpeterstadt, 1960 verlassen
Mitten in der Pampa del Tamarugal stehen zwei Salpeterwerke, wie sie ihre Bewohner zurückließen: Humberstone und Santa Laura, mit Theater, Schwimmbecken aus Schiffsstahl, Werkstatt und Arbeiterhäusern. Bis in die 1930er lebten hier Tausende vom Chilesalpeter, dann kam der Kunstdünger. 1960 ging das letzte Licht aus. Welterbe seit 2005.
Stopp Humberstone · Beste Zeit: Mär–Mai · Sep–Nov
13
Das Elqui-Tal
Pisco unten, die klarste Nacht oben
Das Elqui-Tal ist ein grüner Streifen zwischen kahlen Bergen: Weinterrassen für Pisco, Papaya-Felder, kleine Orte wie Pisco Elqui und Vicuña, wo Gabriela Mistral geboren wurde. Weil es hier fast nie bewölkt ist, stehen in den Hügeln die großen Observatorien und mehrere kleine, die abends Besucher ans Teleskop lassen.
Stopp Elqui-Tal · Beste Zeit: Mär–Mai · Sep–Nov