01
Moraine Lake & Lake Louise
Türkis, das aus Gletschermehl kommt
Vor dem Tal der Zehn Gipfel liegt ein See in einem Türkis, das kein Filter hinbekommt. Es entsteht durch Gesteinsmehl, das die Gletscher ins Wasser mahlen und das genau dieses Blaugrün zurückwirft. Zwanzig Autominuten entfernt spiegelt der Lake Louise das Victoria-Gletscherfeld. Beide gehören zum Welterbe der Rocky Mountain Parks.
Stopp Lake Louise · Beste Zeit: Jun–Sep
02
Icefields Parkway
230 Kilometer zwischen Gletschern
Die Straße von Lake Louise nach Jasper führt an über hundert Gletschern entlang; am Columbia Icefield, dessen Schmelzwasser in drei Ozeane fließt, kannst du auf dem Athabasca-Gletscher stehen. Alle paar Kilometer öffnet sich ein Aussichtspunkt auf Wasserfälle, Bergseen und Wände, die senkrecht aus dem Wald steigen.
Stopp Jasper National Park · Beste Zeit: Jun–Sep
03
Vancouver
Skyline zwischen Bergen und Pazifik
Vancouver liegt so, dass du am Vormittag im Stanley Park am Meer radelst und am Nachmittag auf einem Berg über der Stadt stehst. Der Seawall zieht neun Kilometer um den Park, in Granville Island riecht die Markthalle nach Lachs und Ahornsirup, und in Gastown zischt eine Dampfuhr die Viertelstunden.
Stopp Vancouver · Beste Zeit: Jun–Sep
04
Tofino
Sturmgucken am Rand des Pazifiks
Am Westrand von Vancouver Island endet die Straße in einem Ort, vor dem der offene Pazifik liegt. Im Sommer surfen sie am Long Beach in dicken Neoprenanzügen, im Winter kommen die Leute zum Storm Watching: Wenn die Tiefs auflaufen, schlagen Brecher über die Felsen, und man sitzt hinter Glas mit Blick darauf.
Stopp Tofino · Beste Zeit: Jun–Sep
05
Orcas vor Vancouver Island
Schwarze Rückenflossen im Morgennebel
In der Johnstone Strait zwischen dem Norden von Vancouver Island und dem Festland ziehen im Sommer die nördlichen Orca-Familien durch: Gruppen, die ihr Leben lang zusammenbleiben und eigene Rufdialekte haben. Von Telegraph Cove aus fahren Boote und Kajaks hinaus; mit Glück siehst du auch Buckelwale beim Blasenwerfen.
Stopp Victoria · Touren in die Salish Sea; die Johnstone Strait liegt rund 5 h nördlich · Beste Zeit: Jun–Sep
06
Haida Gwaii
Totempfähle, die zerfallen dürfen
Auf einer Insel im Süden des Archipels stehen die Totempfähle von SGang Gwaay, die größte Sammlung an Ort und Stelle gebliebener Haida-Pfähle. Sie werden bewusst nicht konserviert: Nach dem Verständnis der Haida gehören sie zurück in den Wald. Wächter der Nation begleiten jeden Besuch. Seit 1981 UNESCO-Welterbe.
Stopp Haida Gwaii · Beste Zeit: Jun–Sep
07
Niagarafälle
Fast dreitausend Kubikmeter pro Sekunde
Die Horseshoe Falls sind nicht die höchsten Wasserfälle, aber die wasserreichsten Nordamerikas: 57 Meter Fallhöhe auf 670 Metern Breite, und im Sommer schießen fast dreitausend Kubikmeter Wasser pro Sekunde über die Kante. Vom Boot aus fährst du in die Gischtwolke hinein, im Poncho, der nichts nützt.
Stopp Niagarafälle · auch als Tagesausflug ab Toronto (~1,5 h) · Beste Zeit: Mai–Jun · Sep–Okt
08
Québec City
Die einzige Stadtmauer nördlich von Mexiko
Québec ist die einzige befestigte Stadt Nordamerikas nördlich von Mexiko, deren Mauern noch stehen. In der Unterstadt führen Kopfsteingassen zwischen Steinhäusern aus dem 17. Jahrhundert entlang, darüber thront das Château Frontenac auf dem Felsen, angeblich das meistfotografierte Hotel der Welt. Seit 1985 UNESCO-Welterbe.
Stopp Québec City · Beste Zeit: Mai–Jun · Sep–Okt
09
Montréal
Französisch mit nordamerikanischem Takt
Montréal ist die größte französischsprachige Stadt Amerikas und benimmt sich wie keine: Im Vieux-Montréal stehen Steinfassaden aus der Kolonialzeit, im Mile End streiten zwei Bäckereien seit Jahrzehnten um den besseren Bagel, und unter der Innenstadt zieht sich ein Netz aus Passagen, mit dem man den Winter umgeht.
Stopp Montréal · Beste Zeit: Mai–Jun · Sep–Okt
10
Algonquin Park
Kanurouten und Ahorn in Flammen
Der älteste Provinzpark Kanadas ist ein Netz aus über zweitausend Seen, die durch Portagen verbunden sind: Trageabschnitte, auf denen du das Kanu über den Kopf hebst und zum nächsten Wasser läufst. Ende September färbt sich der Ahorn, und die Wälder brennen in Rot und Orange. Nachts rufen Wölfe, morgens stehen Elche im Uferwasser.
Stopp Algonquin Provincial Park · Beste Zeit: Sep–Okt (Herbstlaub)
11
Cabot Trail
Serpentinen über dem Atlantik
Der Cabot Trail schlingt sich knapp dreihundert Kilometer um den Norden von Cape Breton: Hochland, das direkt ins Meer abbricht, Buchten mit Fischerhäusern, und im Cape Breton Highlands National Park Elche am Straßenrand. In den Dörfern wird auf Gälisch gesungen. Die Nachfahren schottischer Siedler halten die Musik am Leben.
Stopp Cape Breton Island · Beste Zeit: Jul–Okt
12
Nordlichter in Yellowknife
Unter dem Polarlichtoval
Yellowknife liegt genau unter dem Aurora-Oval, dem Ring, in dem die Polarlichter am häufigsten auftreten. Dazu kommt ein trockenes Kontinentalklima mit vielen klaren Nächten. In der Saison stehen die Chancen bei drei Nächten vor Ort statistisch sehr gut, gewartet wird in beheizten Zelten außerhalb der Stadtlichter.
Stopp Yellowknife · Beste Zeit: Sep–Mär
13
Rideau-Kanal
Die größte Natureisbahn der Welt
Der Rideau-Kanal wurde nach 1826 als militärische Ausweichroute gebaut und ist die älteste durchgehend betriebene Kanalanlage Nordamerikas, seit 2007 UNESCO-Welterbe. Im Winter friert er in Ottawa auf knapp acht Kilometern zu und wird zur Eisbahn, auf der Leute mit Kaffeebecher zur Arbeit laufen.
Stopp Ottawa · Beste Zeit: Jan–Feb (Eisbahn)